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Jaras Schonfrist läuft ab - Highlight in Wolfsburg

Wieder eine Nervenprobe, erneut ein Endspiel: Für Kurt Jara wird der Kampf um seinen Arbeitsplatz langsam aber sicher zur unendlichen Geschichte. Auch am 11. Spieltag der Bundesliga steht der Trainer des 1. FC Kaiserslautern im Mittelpunkt.

dpa DÜSSELDORF. Wieder eine Nervenprobe, erneut ein Endspiel: Für Kurt Jara wird der Kampf um seinen Arbeitsplatz langsam aber sicher zur unendlichen Geschichte. Auch am 11. Spieltag der Bundesliga steht der Trainer des 1. FC Kaiserslautern im Mittelpunkt.

Verliert sein Team vor heimischer Kulisse gegen Arminia Bielefeld, dürfte das mehrfach verlängerte Ultimatum seines Arbeitgebers jedoch abgelaufen sein. Noch glaubt der Fußball-Lehrer an ein Happy End: "Ich werde so kämpfen, dass ich gegen Bielefeld nicht das letzte Mal auf der Bank sitze", verkündete der Österreicher zuversichtlich.

Einen ähnlichen Kampf haben Jupp Heynckes (Schalke), Klaus Toppmöller (Hamburg) und Holger Fach (Mönchengladbach) bereits verloren. Anders als in Kaiserslautern zogen die Verantwortlichen in Mönchengladbach quasi über Nacht die Konsequenzen aus der Talfahrt und verhalfen einem Altbekannten zum Comeback. Ausgerechnet gegen Branchenführer FC Bayern feiert der zum Interims-Coach beförderte Horst Köppel nach zwölf Jahren sein Bundesliga-Comeback. "In dieser Situation bin ich für den Club der geeignetste Mann", sagte Köppel ungeachtet der Tatsache, dass er in seiner Zeit als Bundesliga-Coach in neun Spielen nur einmal gegen die Bayern gewinnen konnte.

Angesichts der Trainer-Entlassungswelle traten rein sportliche Gesichtspunkt zuletzt in den Hintergrund. Dabei ist die Spannung so groß wie lange nicht: Nur drei Punkte trennen Spitzenreiter Wolfsburg vom Tabellensechsten Schalke. Und vier dieser sechs Mannschaften treffen an diesem Wochenende aufeinander. So kommt es "auf Schalke" zum Duell der Gegensätze: Die vergangenen vier Spiele hat der Gastgeber unter der Regie von Heynckes-Nachfolger Ralf Rangnick gewonnen, der Zweite aus Stuttgart dagegen die letzten beiden Partien verloren. Damit der zuvor hoch gelobte schwäbische Fußball-Express nicht vollends zum Stehen kommt, hat Co-Trainer Günther Schäfer vor Panikmache gewarnt. "Wir reden nicht von einer Krise. 16 andere Mannschaften wären froh, wenn sie da stehen würden, wo wir stehen."

Unglaublich, aber wahr: Das zweite Highlight des Spieltages steigt in Wolfsburg beim Aufeinandertreffen des heimischen VfL gegen Aufsteiger Mainz. Nach der Niederlage des Überraschungs- Tabellenführers in München hofft VfL-Trainer Erik Gerets auf eine Trotzreaktion seiner Profis: "Einige Kritiker meinen, der Turbo sei weg und der Diesel wieder da. Ich war schon immer gespannt, wie wir darauf reagieren, wenn wir mal schlecht ausgesehen haben." An das letzte Duell beider Teams am 11. Juni 1997 erinnert sich der heutige Mainzer Trainer Jürgen Klopp ungern. Zwar trat er bei der 4:5- Niederlage als Torschütze für den FSV in Erscheinung, verspielte aber am letzten 2. Liga-Spieltag der Saison noch den Aufstieg.

Hoher Unterhaltungswert ist auch in Dortmund, Bremen, Hannover und Rostock garantiert. Bleibt der BVB auch in seinem sechsten Heimspiel ohne Sieg, droht weiteres Ungemach. Gegen das schlechteste Auswärts- Team der Liga aus Leverkusen soll der beim 1:0 in Berlin angedeutete Aufwärtstrend fortgesetzt werden. Auf der "perfekten Welle" schwimmen derzeit Werder Bremen und Hannover 96. Ein Sieg im Heimspiel über den wiedererstarkten Hamburger SV soll dem Titelverteidiger aus Bremen zum dritten Erfolg in Serie verhelfen. Noch beeindruckender sieht die Bilanz von "96" vor dem Duell mit Bochum aus: In den vergangenen vier Partien verbuchte das Team von Trainer Ewald Lienen zwölf Punkte.

Von solchen Erfolgs-Serien kann dessen Rostocker Kollege Juri Schlünz derzeit nur träumen. Statt möglicher 15 gab es vor heimischer Kulisse bisher null Zähler. Und bei einer neuerlichen Heimpleite gegen Nürnberg droht der Bundesliga eine weitere Trainer-Diskussion.

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