Archiv
Java-Handy ermöglicht Informationsaustausch ohne Beschränkungen

Ein mit Java aufgerüstetes Handy bietet sowohl im B2B-Bereich als auch privaten Nutzern zahlreiche Möglichkeiten, Informationen und Daten zu verwalten und aktualisieren - ohne dafür permanent online sein zu müssen.

Entscheidende Vorteile sind Geschwindigkeit durch lokale Prozesskontrolle und Kostenersparnis durch temporäre Datenverbindungen. Die in der Kolumne geschilderten Prozesse erfassen Daten, speichern diese auf lokale, persistente Speicher (z.B. RAM oder MMCard) und können die Informationen erneut abrufen. Zudem werden über HTTP-Verbindungen auf aktuelle Daten zugegriffen oder elektronische Aufträge erteilt. Lokale Java-Applikation und Archivdaten befinden sich auf dem jederzeit präsenten Endgerät, selbst wenn keine GSM-Verbindung besteht. Im Gegensatz zu einer serverseitigen WAP-Anwendung kann eine schnelle Nutzerinteraktion erfolgen und es fallen keine Verbindungsgebühren an. Lediglich bei einer Aktualisierung wird für kurze Zeit eine Verbindung aufgebaut, neue Daten werden in beiden Richtungen übermittelt, um dann anschließend in Ruhe lokal auf dem Endgerät weiterverarbeitet zu werden. Als Beispiel mag die mobile Überweisung angeführt sein, bei der statische Angaben wie Name, Kontonummer, BLZ automatisch vorausgefüllt und der Verwendungszweck aus einer vorgefertigten Liste ausgewählt werden können. Anschließend wird über eine HTTP- erbindung der vorbereite-e Auftrag abgesandt und die Verbindung umgehend nach der Empfangsbestätigung wieder beendet.

"Sandbox" macht Viren unschädlich

Höhere Intelligenz auf Handys lässt verständlicherweise Sorge über Viren und Attacken aufkommen. Drei Maßnahmen wirken dem entgegen. Zum einen werden ebenfalls Virenscanner als Java-Anwendungen entwickelt. Weiterhin wurden starke Sicherheitsvorkehrungen seitens der Hersteller in Bezug auf den Wirkungsgrad der zugänglichen Funktionsschnittstellen vorgenommen. Sie lassen weder einen Zugriff auf vitale Kernfunktionen des Betriebssystems zu, noch können Anwendungen auf fremden Speicherbereiche aktiv werden. Das Prinzip wird als "Sandbox" bezeichnet. Zum anderen wird der HTTP-Datenaustausch nur über ein gesichertes Protokoll und zur Authentifizierung mit privaten Schlüsseln abgewickelt.

Das Handy erleichtert den Einkaufsbummel

Abschließend seien zwei Beispiele aus dem privaten Bereich angeführt. Man stelle sich die Situation des Einkaufens vor. Sie ist heute noch geprägt von Merkzetteln, Listen von Rezeptzutaten und Kassenbelegen. In Zukunft kann der gesamte Prozess leicht durch eine Handy-Anwendung, insbesondere wegen der Nutzungsfrequenz, vereinfacht werden. Der elektronische Merkzettel wird auf Basis von einmalig vorbereiteten und gespeicherten Vorlagen erstellt. Der wöchentliche Einkauf ist nämlich von einer Vielzahl von Standardartikeln geprägt, so dass dieser Umstand erleichternd wirkt. Lediglich einige Korrekturen müssen an den Vorlagen vorgenommen werden. Bei umfangreicheren Speisen kann direkt auf die Rezepteverwaltung mit den hinterlegten Ingredenzien zurückgegriffen werden, ohne dass die einzelnen Positionen manuell zu notieren wären. Während des Einkaufs kann durch einfaches Abhaken mit einem Klick in der elektronischen Checkliste leicht der Überblick behalten werden. Wurden darüber hinaus auch Preisangaben hinterlegt, so können Preisvergleiche mit anderen Supermärkten durchgeführt und Preisänderungen sofort festgestellt werden. An der Kasse wird der entrichtete Betrag sofort in die Ausgabenverwaltung eingetragen, so dass jederzeit auf eine Archivierung, inklusive aller denkbaren Auswertungen, zurückgegriffen wer-den kann. Die Angaben wird über die Synchronisationsstation oder als formatierte E-mail an die eigene PC- Finanzverwaltung überspielt.

Mit dem Handy bis zum 18. Loch

Als Beispiel für eine zweite B2C- Anwendung kann aus dem sportlichen Betätigungsfeld eine elek-tron-ische Golf Score Card erwähnt werden. Während einer Golfrunde über 18 Loch kennt jeder Golfer die Herausforderung seine Schlagzahl und die der Mitspieler im sogenannten Flight mitzuzählen. In der Regel stehen ihm dazu heute eine Score Card und ein Bleistift zur Verfügung. Diese Verwaltung kann nun komplett am Handy vorgenommen und sogar archiviert werden. Am Ende des Tages können die Ergebnisse eines Turnieres über die mobile Internetverbindung direkt an die Spielleitung oder in die persönliche Bestenliste übertragen werden. Zu Spielbeginn wird der Platz gewählt, dessen Charakteristika auf dem lokalen Speicher abgelegt sind oder per Internetverbindung geladen werden können. Eigenschaften der einzelnen Löcher, wie Par-Zahl, Ent-fernungen und Überblickskarte, können eingesehen und für den Zählmodus verwendet werden. Ob ein Zählwettspiel vorliegt oder nach Stable Ford abgerechnet werden soll, wird selektiert. Der Anwender speichert parallel die Resultate des gesamten Flights von bis zu vier Personen und kann sich auf das Spiel konzentrieren.

Resümierend bieten sich hiermit einerseits Mittel, Mitarbeitern interne Verfahren mobil in effizienter Weise zugängig zu machen. Andererseits ergeben sich bemerkenswerte Möglichkeiten für ein Un-ternehmen, einen Teil seines externen Dienstleistungsportfolios im Rahmen eines solchen lokalen Portals zu integrieren. Dadurch profitiert es von der regelmässigen Nutzung des Gesamtpaketes und erhält für den jeweiligen Kunden einen ungeahnt höheren Stellenwert in Bezug auf Aufmerksamkeit und Neigung zur Interaktion bzw. zum Geschäftsabschluss.



Schreiben Sie dem Autor: Hans-Peter.Neeb@ffm2.siemens.de

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%