JDS Uniphase enttäuscht Anleger mit schwachem Ergebnis – Verbrauchervertrauen im April rückläufig
Compaq-Zahlen belasten US-Technologiebörse

Zunächst sah es heute so aus, als könnten sich die Technologieaktien von ihrer schwachen Vortagestendenz lösen. Die durch Gelegenheitskäufe ausgelösten Kursgewinne im frühen Geschäft entpuppten sich jedoch schnell als Strohfeuer. Im Verlauf gingen die Aktienanleger verstärkt zu Gewinnmitnahmen über, von denen in erster Linie Technologieaktien betroffen waren. Händler verwiesen zur Begründung auf die schlechten Quartalsergebnisse von Compaq Computer und JDS Uniphase. Die schlechte Stimmung sprang im späteren Handel auch auf den Gesamtmarkt über.

br/kjo NEW YORK. Der heute veröffentlichte Index zum US-Verbrauchervertrauen stimulierte dagegen die Hoffnung auf weitere US-Zinssenkungen, wodurch der Markt Unterstützung erhielt. Der Index sank zum sechsten Mal innerhalb der vergangenen sieben Monate. "Die ungünstigen Geschäfts- und Arbeitsmarktbedingungen sind die Hauptgründe für den Rückgang", erklärte Lynn Franco vom Conference Board. Die Daten wurden von Händlern unterschiedlich bewertet: Während einige die Befürchtung äußerten, die US-Haushalte könnten ihre Konsumausgaben reduzieren und so die US-Wirtschaft in eine Rezession stürzen, sehen andere einen gestiegenen Spielraum für weitere Zinssenkungen der US-Notenbank.

Der Dow-Jones-Index endete mit einem Abschlag von 0,7 %. Der breitere S&P-500-Index lag 1,2 % im Minus. Der technologiegewichtige Nasdaq - Composite-Index büßte um 2,1 % ein. Umgesetzt wurden 1,2 Mrd. Aktien.

Im Mittelpunkt standen Unternehmen, die Quartalsergebnisse veröffentlichten: Der Computerbauer Compaq hatte am Montag nach Börsenschluss einen Gewinneinbruch von 74 % gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum eingeräumt. Zudem bestätigte das Unternehmen, vom Konkurrenten Dell als weltgrößter PC-Hersteller abgelöst worden zu sein. Die Anleger reagierten schockiert: Der Titel büßte 15,3 % ein; Dell verloren 11,9 %.

Kimberly-Clark verfehlte mit einem Gewinnzuwachs um 8 % im ersten Quartal 2001 die Erwartungen der Analysten. Der Hersteller von Kleenex-Taschentüchern warnte zudem, auch die Erwartungen für das zweite Quartal nicht zu erreichen. Das Investmenthaus Credit Suisse First Boston senkte sein Anlageurteil für die Aktie von "Kaufen" auf "Halten". In der Folge rutschte die Aktie 9,8 % ab.

Ebenfalls auf Talfahrt gingen die Aktien des Netzwerkausrüsters JDS Uniphase (minus 13,8 %). Das Unternehmen hatte vor Handelsbeginn bekannt gegeben, im dritten Quartal einen Verlust von rund 1,4 Mrd. $ eingefahren zu haben. Wegen der schwachen Nachfrage kündigte das Unternehmen außerdem an, rund 5 000 Arbeitsplätze zu streichen. Unerwartet aufwärts ging es dagegen für Lucent Technologies. Obwohl der Telekommunikationsausrüster die Anleger vor einem schwachen Ergebnis im zweiten Quartal warnte, kletterte die Aktie um 11,4 %. Auslöser war eine Hochstufung durch Salomon Smith Barney. Die Investmentbank traut dem Titel nun eine überdurchschnittliche Wertentwicklung zu ("Outperform"), nachdem sie ihn zuvor mit "Neutral" beurteilt hatte.

Unter den Standardwerten waren besonders die Aktien der größten amerikanischen Festnetztelefongesellschaft AT & T gefragt. Der Anteilsschein gehörte mit plus 0,6 % zu den Gewinnern im Dow Jones, obwohl das Unternehmen zuvor für das erste Quartal einen Verlust von 10 Cents je Aktie ausgewiesen hatte. Aktien des zweitgrößten US-Chemiekonzerns Dupont konnten trotz eines Gewinneinbruchs von 37 % im ersten Quartal ebenfalls zulegen und stiegen um rund 1,5 %.

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