Jeder 20. Arbeitnehmer weltweit in illegale Geschäfte verwickelt
DGB fordert Maßnahmen gegen Geldwäsche

Ein schärferes Vorgehen gegen Geldwäsche haben der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) und die Organisation Transparency International (TI) gefordert.

ap BERLIN. "Die Anschläge in den USA haben gezeigt, dass schmutziges Geld auch der Finanzierung des internationalen Terrorismus dient", sagte DGB-Vorstandsmitglied Heinz Putzhammer am Dienstag in Berlin. Allein in Deutschland flössen nach Schätzungen des Bundesaufsichtsamtes für das Kreditwesen jährlich mehr als 25 Mrd. ? in dunkle Kanäle.

TI-Direktor Jermyn Brooks sagte: "Die Privatbanken müssen weitere Anstrengungen unternehmen, um ihre Kunden eindeutig zu identifizieren und die Herkunft der ihnen anvertrauten Gelder zu klären." Die Anti-Korruptionsorganisation IT arbeitet seit zwei Jahren mit international führenden Kreditinstituten zusammen, um Richtlinien für mehr Transparenz bei grenzüberschreitenden Kapitalflüssen zu erarbeiten.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) schätzt, "dass jedes Jahr weltweit mindestens 500 Mrd. ? gewaschen" werden. Demnach stammen etwa zwei Prozent des gesamten Bruttoinlandsprodukts aller Länder aus kriminellen Geschäften. "Das heißt, dass jeder zwanzigste Arbeitnehmer auf der Welt in illegale Machenschaften verwickelt ist", sagte Elmar Altvater, Mitglied der Enquête-Kommission Globalisierung des Bundestages.

Die Experten forderten schärfere Gesetze gegen Geldwäsche in Deutschland sowie ein weltweites Bündnis zur besseren Kontrolle der Finanzmärkte. "Wir begrüßen das Vorhaben der Bundesregierung, schwere Steuerhinterziehung als Vorstufe zur Geldwäsche künftig als Verbrechen zu ahnden", sagte Putzhammer.

Gleichzeitig bedürfe es einer grenzüberschreitenden Zusammenarbeit. "Eine internationale Abstimmung, zum Beispiel zwischen den Staatsanwaltschaften verschiedener Länder, ist derzeit so gut wie inexistent", sagte Brooks. Während einige hoch entwickelte Finanzplätze wie die Schweiz mittlerweile große Fortschritte bei der Bekämpfung der Geldwäsche gemacht hätten, seien die nicht regulierten Steueroasen derzeit das größte Problem. "Länder wie der Libanon, die Bahamas oder Liechtenstein sträuben sich gegen die Regulierung ihrer Finanzaktivitäten", sagte Altvater.

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