Jeder fünfte Deutsche betroffen
Hintergrund: Risikofaktor Cholesterin

Cholesterin ist eigentlich ein lebenswichtiger Stoff für den Körper, zum Risikofaktor für Herzkreislauferkrankungen wird er erst bei zu großen Mengen im Blut.

afp BERLIN. Experten gehen davon aus, dass 20 Prozent der Deutschen zu hohe Blutfettwerte haben. Herzkreislauferkrankungen sind die häufigste Todesursache in Deutschland. Dabei helfen bei vielen Menschen schon bessere Ernährung und viel Bewegung, um die Blutfettwerte zu senken. Bei anderen führt aber kein Weg mehr an Medikamenten vorbei. Ärzte können auf verschiedene Wirkstoffgruppen zurückgreifen, wobei so genannte Statine zur Zeit als am wirksamsten gelten - zu ihnen gehört auch Baycol/Lipobay von Bayer, das nun im Verdacht steht, den Tod von Dutzenden Menschen verursacht zu haben.

Der Körper braucht Cholesterin zur Unterstützung zahlreicher Funktionen: Dazu gehören der Aufbau stabiler Zellwände, die Produktion von Gallensäuren für die Verdauung, Herstellung von Vitamin D zum Knochenaufbau und die Produktion von Geschlechtshormonen. Die pro Tag vom Körper benötigten ein bis zwei Gramm Cholesterin produziert der Körper selbst vor allem in der Leber. Darüber hinaus nehmen die Menschen aber Cholesterin über das Essen auf - und zuviel davon ist schädlich.

Zuviel Fett im Blut kann sich an den Wänden der Arterien ablagern, so dass sie sich verengen und verstopfen können. Die Ärzte sprechen dann von Arterienverkalkung (Atherosklerose oder Arteriosklerose). Die bekanntesten und gefürchtetsten Folgen sind Herzinfarkt und Schlaganfall. Generell können aber alle Organe geschädigt werden, die wegen der verstopften Arterie nicht mehr versorgt werden. Als Risikofaktoren gelten Übergewicht, Rauchen, Bluthochdruck, erbliche Veranlagungen zu Herzkreislauferkrankungen, mangelnde Bewegung sowie Zuckerkrankheit.

Bei erhöhten Blutfettwerten raten die Ärzte meist zunächst zu fettärmerer Ernährung und zu mehr Bewegung. So gelten etwa Distel-, Soja- und Olivenöl wegen ihrer ungesättigten Fettsäuren als besser als Tafel- oder Speiseöl. Beim Fleisch sind fettarm zubereitete Filets und junges Lamm besser als Innereien und fette Fleisch- und Wurstsorten. Vollkornprodukte sind besser als Hefegebäck und Sahnetorten. Außerdem sollten Betroffene nicht mehr als zwei Eier pro Woche essen.

Allerdings ist nicht jeder hohe Cholesterin-Wert auch automatisch ein Alarm-Signal: Ärzte unterscheiden zwischen "gutem" und "bösem" Cholesterin. Das "böse" LDL bringt das Cholesterin über das Blut zu den Organen und kann sich auf dem Weg dorthin an den Wänden der Blutgefäße ablagern. Das "gute" HDL transportiert Cholesterin dagegen in die Leber, wo es verarbeitet und abgebaut wird. Weil es auf diese Weise Arterienverkalkung entgegenwirkt, gelten hohe Werte als gut.

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