"Jeder ist in Wartestellung"
Euro vor US-Arbeitsmarktbericht stabil

Im Vorfeld des vom Markt mit Spannung erwarteten US-Arbeitsmarktberichts für September hat sich der Euro zum Dollar bei ruhigem Handel weitgehend stabil gezeigt.

Reuters FRANKFURT. Die Befürchtung schwacher Arbeitsmarktdaten lastete bereits auf dem Dollar, sagte eine Analystin. Der Markt halte sich aber vor den Daten merklich zurück. Händlern zufolge ist es allerdings fraglich, ob schwache Zahlen dem Euro einen deutlichen Schub verleihen werden. Die Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Absturz eines russischen Passagierflugzeugs über dem Schwarzen Meer lasteten Händlern zufolge ebenfalls auf dem Dollar. Auch zum Schweizer Franken gab die US-Währung Händlern zufolge wegen Berichten nach, der Absturz sei durch einen terroristischen Akt verursacht worden.

Gegen 11.15 Uhr MEZ wurde der Euro mit 0,9172/76 Dollar nach einer letzten Notiz am Donnerstag in New York von 0,9175/85 Dollar gehandelt. Die US-Valuta notierte mit 120,56/58 (120,45/55) Yen. Zum Franken notierte der Dollar bei 1,6203/08 (Donnerstagabend: 1,6229) Franken und der Euro bei 1,4854/67 (1,4833/48) Franken.

Vor dem gegen 14.30 Uhr MEZ anstehenden US-Arbeitsmarktbericht für September verlief der Handel Analysten zufolge sehr zurückhaltend. "Jeder ist in Wartestellung vor den US-Arbeitsmarktdaten", sagte Francesca Fornasari von Lehman Brothers. "Die schwachen Zahlen zu den wöchentlichen Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe vom Donnerstag haben die Befürchtung verstärkt, die Arbeitsmarktdaten könnten enttäuschend ausfallen."

In der Woche zum 29. September war die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA mit 528 000 auf den höchsten Stand seit 1992 gestiegen. Analysten hatten lediglich 468 000 Erstanträge erwartet. Analysten rechnen im Schnitt damit, dass im September außerhalb der Landwirtschaft 109 000 Arbeitsplätze nach 113 000 im August verloren gegangen sind, und prognostizieren einen Anstieg der Arbeitslosenquote auf 5,0 Prozent. Bereits im August hatte die Arbeitslosenquote mit 4,9 Prozent den höchsten Stand seit vier Jahren erreicht.

Euro tendenziell fester erwartet

Händlern zufolge ist aber noch nicht ausgemacht, dass der Euro selbst von überraschend schwachen Daten deutlich profitieren wird. "Wir haben schon viele schlechte Daten aus den USA gesehen, ohne dass der Euro kräftigen Schub bekommen hat", sagte ein Händler. Grundsätzlich werde der Euro aber tendenziell etwas fester erwartet. Der Markt stelle sich wegen des Feiertages in den USA und in Japan am Montag auf einen ruhigen Handel am Nachmittag ein.

Analysten zufolge belasteten den Dollar auch Berichte, die russische Regierung untersuche den Absturz einer russischen Passagiermaschine am Donnerstag hinsichtlich des Verdachts eines terroristischen Aktes. "Die Berichte über das russische Flugzeug erinnerte den Markt an die negativen Aspekte, die den Dollar in diesen Tagen umgeben", sagte ein Händler. Daher sollten die europäischen Währungen am ehesten davon profitieren. Am Donnerstag war ein mit bis zu 78 Insassen besetztes Passagierflugzeug über dem Schwarzen Meer abgestürzt. Die Absturzursache ist bisher ungeklärt.

Der Schweizer Franken legte zum Dollar ebenfalls wegen der Unklarheiten im Zusammenhang mit dem Absturz zu. Allerdings werde auch für den Franken die Veröffentlichung des Arbeitsmarktberichts die weitere Richtung vorgeben, sagten Händler. Zudem stehe weiter die Frage einer militärischen Reaktion der USA auf die Anschläge vom 11. September im Raum.

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