Jeder Vierte will das neue Geld direkt
Gewerkschaft gegen Bankenöffnung an Neujahr

Geht es nach dem Willen von Arbeitnehmervertretern, bleiben alle Filialen von Banken und Sparkassen zur Einführung des Euro-Bargelds am 1. Januar anders als von vielen Finanzinstituten geplant geschlossen.

rtr FRANKFURT. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi wies am Sonntag auf eine von den Bundesländern erlassene Verfügung hin, nach der eine Öffnung an Neujahr nicht zulässig sei. Verdi-Bundesvorstandsmitglied Hinrich Feddersen sagte: "Für den eiligen Euro-Bedarf stehen aber bereits am 1. Januar bei den Kreditinstituten überall Geldautomaten mit der neuen Währung zur Verfügung." Feddersen zufolge darf am 1. Januar und den folgenden zwei Sonntagen nur ein Notdienst für die Automatenfüllung und die Versorgung von Geschäftskunden mit Euro eingerichtet werden.

"Werbeaktion auf dem Rücken der Beschäftigten"

Feddersen betonte, dass bis Ende Februar 2002 in Geschäften und Gaststätten auch weiterhin mit D-Mark gezahlt werden kann. Die Forderung nach Schalteröffnung an Neujahr entspringe dem "Wunsch nach Werbeaktionen auf dem Rücken der Beschäftigten", sagte Feddersen weiter. Als Rechtsgrundlage zitierte er eine so genannte Allgemeinverfügung der Bundesländer, nach der Angestellte von Banken und Sparkassen sonn- und feiertags nur dann arbeiten müssten, wenn es bei der Einführung des Euro zu "unvorhersehbaren Ereignissen" komme. Eine durch "aggressive Werbung selbstgeschaffene Bedarfslage" sei kein solches Ereignis.

Jeder Vierte will das Bargeld schon an Neujahr

Umfragen zufolge will jeder vierte Bundesbürger bereits am ersten "Euro-Tag" Bargeld abholen. Besonders die Sparkassen stellen sich darauf mit Sonder-Öffnungszeiten am Feiertag ein. Das Angebot richtet sich zwar überwiegend an Geschäftskunden, die Schalter sollen aber auch für Privatkunden öffnen. Die Kassierer von Großbanken wie der HypoVereinsbank und der Commerzbank dürfen am Feiertag dagegen in der Regel zu Hause bleiben.

Nachdem der Euro seit Anfang 1999 existiert wird er am 1. Januar 2001 in den zwölf Ländern der Euro-Zone als Bargeld eingeführt. In Deutschland löst die Gemeinschaftswährung an Neujahr die D-Mark als gesetzliches Zahlungsmittel ab, es darf aber noch zwei Monate lang mit ihr gezahlt werden. Bereits ab dem 17. Dezember werden Banken und Sparkassen für 20 DM so genannte Starter-Kits mit Euro-Münzen im Wert von 10,23 ? herausgeben. Die Banknoten wird es erst ab 1. Januar geben.

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