Jelena Prochorowa nutzte die Gunst der Stunde
Ertl trotz verpasster Medaille zufrieden: "Schönes Erlebnis"

Der Medaillentraum erfüllte sich nicht, doch nach dem besten Ergebnis bei internationalen Großereignissen hatte Karin Ertl trotzdem gut lachen. «Es war wieder ein sehr schönes Erlebnis», bilanzierte die Bayerin nach ihrem fünften Platz im WM-Siebenkampf von Edmonton zufrieden.

dpa EDMONTON. Mit 62 83 Punkten verfehlte die 27-Jährige das Edelmetall am Ende deutlich, nachdem sie bis zur sechsten Disziplin an Bronze geschnuppert hatte. Das ging an Shelia Burrell (6 472), die sich ausgelassen über die erste amerikanische Siebenkampf-Medaille seit dem WM-Sieg von Jackie Joyner-Kersee vor acht Jahren in Stuttgart freute.

Jelena Prochorowa nutzte die Gunst der Stunde nach dem Ausfall der Top-Favoriten Eunice Barber (Frankreich) und Denise Lewis (Großbritannien) zum Titelgewinn. Mit 6 694 Zählern verwies die Olympia-Zweite aus Russland Natalja Sasanowitsch (Weißrussland/6 539) deutlich auf Platz zwei, gestand aber ehrlich: «Es wäre viel härter gewesen, zu gewinnen, wenn beide dabei gewesen wären.»

Karin Ertl sah dies genauso. «Wenn alles normal gelaufen wäre, hätte ich sowieso keine Chance auf eine Medaille gehabt», trauerte sie der entgangenen Chance nicht nach. Etwas mehr wäre durchaus möglich gewesen, doch die Hallen-Europameisterin des Vorjahres präsentierte sich insgesamt zu unausgeglichen. Guten Vorstellungen über die Hürden, im Hochsprung und im Speerwerfen, wo sie mit 45,89 m eine persönliche Bestleistung aufstellte, folgten schwächere Auftritte im Kugelstoßen und Weitsprung. Der 800-m-Lauf gehört ohnehin nicht zu den Stärken der Olympia-Siebten. «Da denke ich immer schon zwei Wochen vorher dran», schilderte sie ihr gespaltenes Verhältnis zur letzten der sieben Disziplinen.

Dass sie ihre Leistungsfähigkeit nicht auf den Punkt abrufen konnte, lag auch an der eine Woche vor WM-Beginn erneut aufgetretenen Sitzbein-Verletzung. «Ich weiß auch nicht, wo das her kommt. Zwei Tage vor dem Wettkampf habe ich mich noch spritzen lassen müssen», berichtete Ertl, die sich schon die ganze Saison über mit diesem Problem plagt. Für die obligatorischen Qualen, die der Siebenkampf mit sich bringt, entschädigte sich die «Naschkatze» mit einem Eis. Denn: «Vor jedem Wettkampf gibt es drei Wochen keine Süßigkeiten.»

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