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Jerofejew neu entdeckt - «Aufzeichnungen eines Psychopathen»DPA-Datum: 2004-07-01 15:45:13

Köln (dpa) - Der 1990 gestorbene Wenedikt Jerofejew ist als Schriftsteller bislang eher unbekannt. Das könnte sich nach seinen neuen «Aufzeichnungen eines Psychopathen» schnell ändern. Lässt sich der Leser auf die nicht immer leichte Kost ein, wird er von einem der umstrittensten russischen Autoren entführt in ein Gemisch aus Selbstgesprächen, Erzählungen, Notaten und dokumentarischen Skizzen.

Köln (dpa) - Der 1990 gestorbene Wenedikt Jerofejew ist als Schriftsteller bislang eher unbekannt. Das könnte sich nach seinen neuen «Aufzeichnungen eines Psychopathen» schnell ändern. Lässt sich der Leser auf die nicht immer leichte Kost ein, wird er von einem der umstrittensten russischen Autoren entführt in ein Gemisch aus Selbstgesprächen, Erzählungen, Notaten und dokumentarischen Skizzen.

Kritisch zeigt sich Jerofejew, dessen Vater und Bruder vom Regime in Lagerhaft gebracht und dort getötet wurden. Sein Wortwitz und seine Respektlosigkeit führten auch zum Verbot seiner Bücher, die nun erst nach seinem Tod veröffentlicht werden. Seine «Aufzeichnungen» setzen im Jahr 1956 ein, Jerofejew hat seine Familie verloren, er wurde von der Universität ausgesperrt und ertrinkt in Wodka. Gespräche und Saufgelage, deutliche Fäkalsprache und schwarzer Humor halten die «Aufzeichnungen» als Gerüst locker zusammen, machen aber auch deutlich, dass es sich keineswegs um authentische Tagebuch-Literatur handelt.

Wenedikt Jerofejew

Aufzeichnungen eines Psychopathen

Tropen Verlag, Köln

191 S., Euro 17,80

ISBN 3932170636

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