Jets überqueren wieder im Linienverkehr den Atlantik
Concorde-Ära fortgesetzt

Die legendären Concorde-Überschallflugzeuge haben knapp 16 Monate nach dem verheerenden Unglück bei Paris ihre Linienflüge über den Atlantik wieder aufgenommen. Im Abstand von einer Stunde flogen am Mittwoch je eine Concorde der Air France und der British Airways (BA) nach New York, wo sie etwas früher als erwartet eintrafen.

afp PARIS/LONDON. An Bord der Air-France-Maschine waren unter anderen der französische Verkehrsminister Jean-Claude Gayssot und Air-France-Chef Jean-Cyril Spinetta, mit der BA-Maschine flog der britische Popstar Sting nach New York. Nach dem Concorde-Absturz am 25. Juli 2000 mit 113 Todesopfern hatten die schnellsten Passagierjets der Welt Flugverbot erhalten. Der Neubeginn fällt mit einer beispiellosen Krise der internationalen Luftfahrtbranche zusammen.

Als erste startete um 10.47 Uhr die Air-France-Maschine "Sierra Delta" vom Flughafen Charles de Gaulle. Zu den prominentesten Gästen dieses Fluges zählten der Chef des europäischen Börsenkonsortiums Euronext, Jean-François Théodore, und der Pariser Parfümhersteller Jean-Paul Guerlain. Mehr als 200 Mal sei er schon mit der Concorde über den Atlantik gejettet, sagte Guerlain. Am Tag des Absturzes hat er sich "geschworen, beim ersten Start nach der Zwangspause wieder dabei zu sein". Théodore wertetet den Concorde-Start als ein "Symbol der Hoffnung für die Weltwirtschaft". Der Euronext-Chef gestand, er habe "immer ein bisschen Flugangst", aber das gelte für alle Flugzeugtypen gleichermaßen. In der Air-France-Maschine saß auch der Reifen-Produzent Edouard Michelin, dessen Unternehmen nach dem Unglück im vergangenen Jahr ein neues Reifenmodell für die Concorde entwickelt hatte.

Air-France-Chef Spinetta sagte, sein Unternehmen beweise mit der Wiederaufnahme der Flüge Vertrauen in die Branche. Mit dem Flug werde symbolisch der Mut und die Entschlossenheit der Menschen in New York gewürdigt. Verkehrsminister Gayssot sprach von einem "großen Moment der Freude". Er ziehe den Hut vor den Technikern und Ingenieuren, die den Neustart ermöglicht hätten. In London zeigte sich Popstar Sting, der mit seinem Song "Englishman in New York" einen Welterfolg landete, beim Einchecken gelassen. Er fühle sich völlig sicher, sagte er. Concorde-Fliegen sei "weniger gefährlich" als Autofahren.

Am Nachmittag wollte auch der britische Premierminister Tony Blair in eine Concorde steigen, die ihn in die USA zu seinem Treffen mit US-Präsident George W. Bush bringen sollte. BA hatte für den ersten Flugtag prominente Gäste und frühere Concorde-Dauerflieger geladen; die kommerziellen Linienflüge will die britische Gesellschaft am Freitag aufnehmen. Während BA wöchentlich sechs Flüge plant, will Air France die Verbindung Paris-New York zunächst fünf Mal in der Woche fliegen.

Die in den 60er Jahren konzipierten Überschallflugzeuge brauchen für die Atlantikstrecke nur etwa halb so viel Zeit wie normale Passagiermaschinen. Nach der Katastrophe vom 25. Juli 2000 waren die insgesamt zwölf Concorde-Maschinen mit Millionenaufwand technisch verbessert worden. Die neuen Reifen platzen nicht so schnell, die in den Tragflächen verankerten Tanks wurden mit Spezialgummi verstärkt und die elektrischen Leitungen im Fahrwerk sicherer gemacht.

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