Jetzt 13 Infektionen
Milzbrand-Fall nun auch im US-Außenministerium

Die Milzbrand-Fälle haben jetzt auch das amerikanische Außenministerium erreicht. Wie das State Department am Donnerstag in Washington mitteilte, ist ein Mitarbeiter der Poststelle an Milzbrand erkrankt. Entsprechende Tests seien postiv verlaufen, sagte Außenamtssprecher Richard Boucher.

ap WASHINGTON. Es ist die 13. Anthrax-Diagnose in den USA. Nach neuen Spuren von Milzbrand-Erregern im Senat wird außerdem ein ganzer Abschnitt des betreffenden Bürogebäudes für unbestimmte Zeit gesperrt.

Die von dem Milzbrand-Fall betroffene Poststelle des Außenministeriums liegt in Sterling, einem Vorort der Bundeshauptstadt Washington. Boucher sagte, der Mitarbeiter habe sich am Mittwoch wegen grippeähnlicher Symptome in ein Krankenhaus begeben. Dort sei er positiv auf Milzbrand getestet worden.

Kurz zuvor hatte der demokratische Mehrheitsführer im Senat, Tom Daschle, mitgeteilt, dass ein ganzer Abschnitt eines Bürogebäudes des Senats vorläufig gesperrt und versiegelt werde. Betroffen von der Maßnahme sind etwa ein Dutzend der 100 Senatoren, die ihre Büros in dem achtgeschossigen Gebäude haben. Die Polizei hatte am Mittwoch erklärt, auf einem Teil des Lastenaufzugs im Erdgeschoss im Südwestflügel des so genannten Hart-Gebäudes seien Spuren von Milzbrand-Erregern entdeckt worden.

In dem Bürohaus hat auch Senator Daschle sein Arbeitszimmer. In Daschles Büro im Südostteil des Gebäudes war am 15. Oktober ein Brief mit Milzbrand-Erregern geöffnet worden. Die "Washington Post" berichtete am Donnerstag unter Berufung auf Regierungskreise, der Anthrax-Erreger in Daschles Büro habe einen chemischen Zusatz enthalten, der nur in den USA, der ehemaligen Sowjetunion und Irak hergestellt werde. Alles deute aber darauf hin, dass der Zusatz nicht aus dem Ausland gekommen sei, wurde der Gewährsmann zitiert. Der Regierungsbeauftragte für die innere Sicherheit, Tom Ridge, teilte unterdessen mit, die in dem Brief an Daschle enthaltenen Anthrax-Erreger seien von hoher Konzentration gewesen. Ridge sagte auch, dass die Post damit begonnen habe, 200 Einrichtungen an der Ostküste auf mögliche Milzbrand-Spuren zu untersuchen. Ergänzt würden die Untersuchungen durch stichprobenartige Tests an anderen Stellen im ganzen Land.

Die US-Bundespolizei FBI hat weiter keine Hinweise auf eine Verbindung zwischen den Milzbrand- und den Terroranschlägen auf das World Trade Center und das Pentagon. Es sei noch nicht klar, ob es sich bei den Milzbrand-Fällen um organisierten Terror handele, sagte FBI-Direktor Robert Mueller am Mittwoch vor US-Bürgermeistern. Seine Behörde geht rund 2500 Hinweisen nach, bei den meisten habe es sich aber um üble Scherze oder falschen Alarm gehandelt. Bei der Zeitung «New York Post» gab es unterdessen einen neuen Verdachtsfall.

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