Jetzt 21 Verschollene - Staatssekretär trifft Botschafter
Vier weitere Deutsche in Algerien vermisst

Immer mehr Urlauber verschwinden auf rätselhafte Weise in der Sahara. Die Zahl der vermissten deutschen Touristen in Algerien hat sich jetzt auf insgesamt 16 erhöht. Auch eine vierköpfige Reisegruppe aus Augsburg gelte als verschollen, teilte die Augsburger Polizei am Mittwoch mit.

HB/dpa AUGSBURG/BERLIN. Damit sind innerhalb von rund sechs Wochen insgesamt 21 europäische Touristen spurlos in der Sahara verschwunden. Von den 16 verschollenen Deutschen stammen allein elf aus Bayern.

Der Staatssekretär im Auswärtigen Amt (AA), Jürgen Chrobog, empfing am Mittwoch den algerischen Botschafter Mourad Bencheikh im Ministerium zu einem Gespräch über die mysteriöse Häufung der Vermissten-Fälle in der Sahara. Chrobog habe seine große Besorgnis über das Schicksal der verschollenen Touristen ausgedrückt, sagte ein AA-Sprecher. Der Botschafter habe die volle Kooperation Algeriens bei der Suche zugesichert. Nach Schätzungen beantragen jährlich etwa 8000 Deutsche Visa für Algerien.

Die zwei Männer und zwei Frauen aus Augsburg im Alter zwischen 45 und 64 Jahren seien am 22. Februar zu einer mehrwöchigen Tour nach Algerien aufgebrochen. Am 8. März seien sie zum letzten Mal lebend in Mittelalgerien gesehen worden, hieß es nach Polizeiangaben. Seither fehle von ihnen jede Spur. Ebenfalls seit Ende Februar sind im südlichen Algerien drei Reisegruppen mit insgesamt 17 Touristen verschwunden. Zwölf davon stammen aus der Bundesrepublik, vier aus der Schweiz und einer aus den Niederlanden.

Das Auswärtige Amt rät seit Dienstag von Reisen in die betroffenen algerischen Regionen um die Städte Illizi - Hadjadj und Tamanrasset ab und empfiehlt, auf jeden Fall bis auf weiteres die so genannte Gräberpiste zu meiden. Damit hat das AA seinen Sicherheitshinweis für Algerien erheblich verschärft. Völlig unklar ist, ob die Touristen, die mit Motorrädern, Kleinbussen oder Geländewagen unterwegs waren, entführt wurden oder einem Gewaltverbrechen zum Opfer fielen.

In der Warnung des Auswärtigen Amtes heißt es, die Grenzräume in der Sahara seien für Sicherheitsorgane nur schwer kontrollierbar.

"Hier bilden Banden-, Schleuser- und Schmuggelkriminalität für Reisende ein erhöhtes Sicherheitsrisiko." Die Landesgrenze nach Marokko ist geschlossen. Die seriöse algerische Zeitung "Le Matin" hatte aber auch darüber spekuliert, ob die Vermissten Opfer der El- Kaida-nahen Terrorgruppe GSPC geworden sind.

Eine beispiellose Suchaktion nach den Vermissten aus der Luft und am Boden blieb bislang ergebnislos. Auch eine bereits Anfang vergangener Woche entsandte Kamelkarawane zur Suche in den zerklüfteten Schluchten der Region fand bisher keine Spur der Reisenden. Die Botschaft in Algier und das Bundeskriminalamt (BKA) sind eingeschaltet.

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