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Jetzt 500 Tote in Bangladesch

Dhaka/Neu Delhi/Friedrichsdorf (dpa) - Steigende Fluten und beginnende Epidemien fordern in der Katastrophenregion in Bangladesch und Indien immer mehr Todesopfer. Drei Wochen nach Beginn der verheerenden Überschwemmungen sind mindestens 1150 Menschen ums Leben gekommen. In der ostindischen Krisenregion starben bis Donnerstag bereits 44 Menschen an Durchfallkrankheiten.

Dhaka/Neu Delhi/Friedrichsdorf (dpa) - Steigende Fluten und beginnende Epidemien fordern in der Katastrophenregion in Bangladesch und Indien immer mehr Todesopfer. Drei Wochen nach Beginn der verheerenden Überschwemmungen sind mindestens 1150 Menschen ums Leben gekommen. In der ostindischen Krisenregion starben bis Donnerstag bereits 44 Menschen an Durchfallkrankheiten.

In beiden Ländern geht die Angst vor Epidemien um, weil sich das Hochwasser mit verseuchten Abwässern aus Kanälen und offenen Latrinen vermischt hat. Fast die Hälfte der 130 Millionen Bangladescher sind nach Angaben des führenden Wirtschaftsverbands des Landes mittlerweile durch die Fluten obdachlos. Die Regierung in Dhaka will die immensen Schäden nun gemeinsam mit den wichtigsten Geberländern abschätzen und in der kommenden Woche einen Hilfsappell an die Staatengemeinschaft richten.

Die Vereinten Nationen (UN) teilten mit, dass sie und ihre Unterorganisationen mit Hilfslieferungen begonnen haben. Von den 60 Millionen Betroffenen seien ein Drittel Frauen, Kinder und Ältere, berichteten Bangladeschs Wirtschaftsführer. Diese bräuchten sofort Nahrung, Trinkwasser und Medizin, um Hunger und die Ausbreitung von Cholera, Typhus und Ruhr zu verhindern. Am Donnerstag wurden weitere Bezirke der Zehn-Millionen-Metropole Dhaka überschwemmt.

Auf dem Land sind Hütten zu Tausenden fortgeschwemmt worden, viele Menschen harren seit Tagen auf kleinen Landflecken aus. «Sie haben keinen Schutz, ihre Ernte ist kaputt und ihre Gesundheit gefährdet», sagte Mustafizur Rahman, stellvertretender Bevollmächtigter der Region Munshiganj dem Sender BBC. Die Notleidenden am Leben zu halten, werde in vielen Fällen bald äußerst schwierig. Noch immer stiegen die Pegelstände Dutzender Ströme und Flüsse weiter an.

Wie die Hilfsorganisation World Vision im hessischen Friedrichsdorf mitteilte, hätten die Fluten mehr als 5000 Haushalten von zwei deutschen Entwicklungsprojekten zerstört. Wenn das Wasser zurückgeht, sind laut Regierung langfristige Mittel nötig. Die Asiatische Entwicklungsbank fürchtet eine dauerhafte Bedrohung der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes. In Nepal kostete eine mit dem heftigen Monsunregen einhergehende Epidemie von Magen-Darm-Entzündungen rund 300 Menschen das Leben.

In Nordwesten Indiens, fast 2000 Kilometer vom Hochwassergebiet entfernt, beteten die Menschen unterdessen gegen eine drohende Dürre. Im Bundesstaat Rajasthan blieb der Regen in dieser Saison um zwei Drittel unter dem Durchschnitt.

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