Jetzt auch China, Estland, Kanada und Russland
Immer mehr Staaten unterzeichnen Kyoto-Protokoll

China und Estland haben das Klimaschutz-Protokoll von Kyoto ratifiziert. Auch Kanada und Russland haben eine baldige Ratifizierung angekündigt. Damit rückt ein Inkrafttreten des Klimaschutzabkommens näher.

dpa/HB JOHANNESBURG/TALLIN. Der chinesische Ministerpräsident Zhu Rongji gab die Ratifizierung am Dienstag beim Uno-Weltgipfel in Johannesburg bekannt. Er rief alle Industriestaaten, die das Abkommen noch nicht ratifiziert haben, zur Nachahmung auf, damit das Protokoll noch in diesem Jahr in Kraft treten könne.

Russland und Kanada hatten ebenfalls eine baldige Ratifizierung des Klimaschutzabkommens angekündigt, womit die Voraussetzungen für seine Verwirklichung erfüllt wären. "Russland hat das Kyoto-Protokoll unterzeichnet, und jetzt bereiten wir seine Ratifizierung vor", sagte der stellvertretende russische Ministerpräsident Michail Kasjanow. "Die Ratifizierung wird in sehr naher Zukunft erfolgen." Die Vereinten Nationen hatten Moskau vor dem Gipfel aufgerufen, das Abkommen zur Eindämmung von Treibhausgasen bis Ende des Jahres zu ratifizieren, um sein Inkrafttreten möglich zu machen.

Bundesumweltminister Jürgen Trittin zeigte sich in Johannesburg erfreut über die Ankündigung des kanadischen Ministerpräsidenten Jean Chrétien vom Vortag, dem Parlament in Ottawa das Kyoto-Protokoll zur Ratifizierung vorzulegen. "Das ist ein Signal, das auch die Meinung im Nachbarland USA erheblich beeinflussen wird", sagte Trittin.

Der chinesische Ministerpräsident würdigte vor den versammelten Staats- und Regierungschefs das Kyoto-Protokoll als wirksamen Rahmen beim gemeinsamen Kampf gegen den Klimawandel. China habe als Entwicklungs- und Niedriglohnland mit seiner großen Bevölkerung in den vergangenen Jahren dem Klimawandel bereits große Beachtung geschenkt. So habe es einen wahren Kraftakt bei der Verbesserung der Energieausbeute gegeben, was zu einer Reduzierung der schädlichen Emissionen geführt habe.

In Tallinn ratifizierte am Dienstag das estnische Parlament das Abkommen. Experten erwarten bei der Erfüllung der Selbstverpflichtung zur Verringerung des Ausstoßes von Kohlendioxid (CO2) in Estland keine Probleme, da dort nach der Loslösung von der früheren Sowjetunion im Jahr 1991 die Industrieproduktion deutlich zurückgegangen ist. Das berichtete die lokale Nachrichtenagentur ETA.

Das Kyoto-Protokoll fordert auf Basis des Jahres 1990 eine Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen um 5,2 Prozent bis zum Jahr 2012. Damit es in Kraft tritt, müssen es 55 Prozent der wichtigsten Verursacher-Staaten ratifiziert haben. Nur Russland fehlt jetzt noch, um das Abkommen gültig werden zu lassen. Moskau bekräftigte aber in Johannesburg seine Absicht, die Ratifizierung möglichst schnell abzuschließen. Die USA als größter Treibhausgas-Produzent haben erklärt, sie wollten dem Abkommen fernbleiben.

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