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Jetzt beginnt der schmutzigere Teil des Kriegs

Amerikanische Soldaten auf afghanischem Boden – die Bestätigung des US-Verteidigungsministers kommt am zwölften Tag nach Beginn der Offensive gegen das Taliban-Regime in Afghanistan und fünf Wochen nach den Terror-Anschlägen auf New York und Washington.

DÜSSELDORF. Jetzt ist der Krieg definitiv in die neue Phase getreten, über deren Starttermin schon von Anfang an spekuliert worden war. Zusätzlich zu den chirurgisch ausgeführten Luftschlägen der amerikanischen und britischen Piloten kommt nun die Jagd auf dem Boden nach Osama bin Laden und seinen Waffenbrüdern, ganz nach der Regie des 4-Phasen-Plans, der seit Tagen in Washington ventiliert wurde.

Bodentruppen bedeuten Kampf aus der Nähe, mögliche Mißerfolge und vor allem mögliche Tote, auch wenn noch keine Infanterie-Soldaten im Einsatz sind, sondern hoch spezialisierte "Green Berets", die auf geheime Aufklärungsmissionen trainiert sind. Die schnoddrigen Worte von US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld, Kampfflugzeuge und Präzisionswaffen allein könnten nicht am Boden herumkriechen und Leute fangen, zeigen deutlich, dass der unangenehmere und schmutzigere Teil des Kriegs gegen den Terror jetzt erst beginnt. Das Aufspüren von bin Laden kann sich in die Länge ziehen, selbst wenn das Taliban-Regime, das ihn nach wie vor beschützt, nach den Bombenangriffen anscheinend geschwächt ist.

Mit den Bodentruppen werden auch die Journalisten kommen - dann nicht mehr von den Taliban überwacht und geführt oder von US-Armeeangehörigen weit weg gebrieft. Wie lange die öffentliche Meinung noch positiv zum Kampf gegen den Terrorismus eingestellt bleibt und wie dauerhaft und unanfechtbar der Schulterschluss der bislang kompakten internationalen Allianz ist, sind die wichtigsten Fragen für Washington - egal wann Phase 3 und 4 beginnen, die Isolierung der Terroristen und die Kappung ihrer Verbindungen zum Finanzmilieu

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