Jetzt gegen Argentinien
Deutschlands Korbjäger landen großen Wurf

Basketball paradox: Außenseiter Deutschland steht nach dem 70:62-Sieg über Spanien sensationell im Halbfinale der 14. Weltmeisterschaft in Indianapolis - Top-Favorit USA erlitt dagegen durch die 78:81-Niederlage gegen Titelverteidiger Jugoslawien bereits im Viertelfinale den vorzeitigen WM-K.o. Einen Tag nach der historischen ersten Niederlage ihrer NBA-Profis gegen Argentinien (80:87) wurde der WM-Gastgeber zum zweiten Mal geschockt.

dpa INDIANAPOLIS. Während die entzauberten US-Boys in die "Trostrunde" der Spiele um die Ränge fünf bis acht müssen, dürfen Deutschlands Basketballer weiter von ihrer ersten WM-Medaille träumen. Die Mannschaft um den Superstar Dirk Nowitzki trifft am Samstag (20.00 Uhr MESZ) auf den allein ungeschlagenen WM-Favoriten Argentinien, der das Südamerika-Duell gegen Brasilien mit 78:67 gewann.

Der zweite Finalist wird am Samstag (22.30 MESZ) im Spiel zwischen dem von dem ehemaligen deutschen Bundestrainer Svetislav Pesic betreuten viermaligen Weltmeister Jugoslawien und "Nobody" Neuseeland ermittelt. Die "Kiwis" qualifizierten sich bei ihrem WM-Debüt durch den überraschenden 65:63-Sieg über Puerto Rico für die Vorschlussrunde.

"Der Einzug in das Halbfinale einer Weltmeisterschaft ist der größte Erfolg des deutschen Basketballs - vergleichbar dem Gewinn der Europameisterschaft 1993", strahlte der überglückliche Coach Henrik Dettmann nach dem Coup über die starken Spanier, die in der Vorrunde noch Weltmeister Jugoslawien mit 71:69 geschlagen hatten. Zum erst vierten Sieg im 21. Länderspiel gegen die Iberer steuerten der NBA- Profi Dirk Nowitzki (20), Marko Pesic (Berlin/14) und Ademola Okulaja (Malaga/11) die meisten Punkte bei.

Gastgeber USA musste bei seinem K.o. der Realität ins Auge sehen, ohne Superstars wie Kobe Bryant oder Shaquille O'Neal mit der "zweiten Wahl" von NBA-Spielern an die Grenzen seiner Dominanz zu stoßen. Der bedauernswerte US-Coach George Karl, dem man nach dem Desinteresse weiterer Top-Stars wie Tim Duncan oder Allen Iverson gute, aber eben nicht besten NBA-Spieler in die Hände gegeben hatte, geriet wie nach dem Argentinien-Spiel in Erklärungsnotstand.

"Ich kann nur noch einmal sagen, dass der Rest der Welt den Abstand zur NBA verringert hat und eines Tages auch unsere besten Spieler schlagen wird", wiederholte der betroffen wirkende Karl seine These von der Verwundbarkeit der US-Stars. Diese präsentierten sich bei der ersten WM auf amerikanischem Boden zwar als gewohnt gute Individualisten, doch nie als Team. Sprungkraft, Dribbelkünste und die Präzision der Würfe ihres einzig verlässlichen "Shooters" Paul Pierce (19) reichten nicht aus, um den 69:59-Vorsprung (34.) gegen die ausgebufften Jugos über die Zeit und ins Halbfinale zu retten.

Eine Lektion an Mannschaftsspiel lieferten dagegen die Jugoslawen ab, deren Fans die Partie vor 6000 Zuschauern im Conseco Fieldhouse zu einem Heimspiel gestalteten und später hupend und johlend durch die selbst ernannte "Hauptstadt des Basketballs" fuhren. "Wir sind eine komplette Mannschaft", sagte Pesic freudestrahlend. Ausgerechnet zwei NBA-Spieler, die bei den Sacramento Kings ihre Dollar-Mill. verdienen, versetzten dem US-Team die entscheidenden Stiche: Peja Stojakovic (20) und Vlade Divac (16). Pesic: "Divac hat heute sein bestes Spiel in der Nationalmannschaft gemacht." Das fanden auch die Fans in Belgrad, wo morgens um fünf Uhr Jubel auf den Straßen ausbrach, zu Salven aus Maschinenpistolen, Feuerwerksböllern und Hupen von Autokolonnen gefeiert wurde.

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