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Jetzt geht es richtig los

Der Markt für E-Business-Magazine ist vergleichsweise jung. Bislang haben die großen Verlage das Segment vernachlässigt; Nischenanbieter dominierten den in seinen Konturen kaum erkennbaren Markt. Als die Zeitschrift "Net-Business" aus der Verlagsgruppe Milchstraße erstmals erschien, sahen die Medienjournalisten der Republik Anlass, sich mit der Gemütsverfassung des Verlagsgründers zu beschäftigen. Nicht wenige kamen zu dem Schluss, Dirk Manthey wolle seine Verlegerkarriere mit einem Produkt krönen, das er nicht nur gerne, sondern sogar mit informativem Gewinn lesen könne. Zuvor war der Verlag in erster Linie für seine Unterhaltungszeitschriften bekannt gewesen. Nach dieser Auffassung wäre "Net-Business" ein Pendant zur "Welt", ein Verlustbringer aus Kalkül.

Manthey dagegen versicherte immer wieder, auch eine Zeitung für die New Economy werde genügend Leser finden. Aber nicht einmal in der kurzen Boomphase am Neuen Markt hob die Zeitung wirklich ab; seit der Erhöhung der Frequenz bröckelt zudem die Auflage.
Neustarter wie "Business 2.0", in den USA hoch gelobt und hier zu Lande mit großem Interesse erwartet, starteten bereits, als der jungen Internetwirtschaft die Luft ausging. Auch in den USA haben die Publikationen für die New Economy wie "Fast Company", "Red Herring" oder "Industry Standard" die besten Zeiten vorerst hinter sich. Anders als in Deutschland haben sie allerdings zuvor ein fulminantes Wachstum verzeichnet.

Der Markteintritt von "Wirtschaftswoche e-Business" signalisiert vor diesem Hintergrund zweierlei: Erstens: Die New Economy mag am Boden liegen, E-Business aber bleibt ein Thema. Und zweitens: Die Zeit des Nischenmarktes ist vorbei. Ob das Engagement zu einer Verdrängung oder aber zu einer Ausweitung des ganzen Segments führen wird, ist einstweilen noch ungewiss.

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