Jetzt ist es offiziell
Vielseitigkeitsreiter zur Medaillen-Rückgabe aufgefordert

Es wird immer mehr zur Gewissheit: Die Medaillen der Vielseitigkeitsreiter sind weg. Nun wurde die Deutsche Reiterliche Vereinigung dazu aufgefordert, die Medaillen zurückzugeben.

HB ATHEN. Von der Sporthilfe werden die deutschen Vielseitigkeitsreiter auch ohne Medaillen wie Olympiasieger behandelt, die Hoffnung auf einen goldenen Gnadenerlass ist aber auf ein Minimum gesunken. Offiziell sind die Reiter am Dienstag zur Rückgabe ihrer aberkannten Goldmedaillen aufgefordert worden, die ihnen durch den Internationalen Sportgerichtshof (CAS) nachträglich aberkannt worden waren. "Wir haben heute einen Anruf vom NOK bekommen", bestätigte Delegationsleiter Reinhard Wendt.

Immerhin hat der Reiter-Weltverband FEI beim Internationalen Olympische Komitee (IOC) das von den Betroffenen erhoffte Gnadengesuch gestellt, neben dem französischen auch dem deutschen Team Goldmedaillen zu verleihen. Nach Informationen der dpa ist das jedoch nur mündlich geschehen. Offiziell hält sich die FEI zurück und will den Ablauf nicht kommentieren.

IOC-Vizepräsident Thomas Bach sieht bei dieser Vorgehensweise keine Hoffnung mehr. "Dem IOC sind die Hände gebunden", sagte er im ZDF und verwies darauf, dass die Medaillenvergabe auf Grund der Ergebnislisten des Fachverbandes erfolge. Zugleich übte er indirekt Kritik an der FEI. Man müsse mit den Verbänden reden, damit so etwas nicht mehr passiere, erklärte Bach: "Es kann nicht sein, dass es Olympiasieger für drei Tage gibt. Das nagt an der Faszination des Sports." Der Anwalt meinte: "Wir haben zu viel Juristerei im Sport."

Nur ein schwacher Trost dürfte für die Reiter sein, dass sie durch die Stiftung Deutsche Sporthilfe wie Olympiasieger behandelt werden sollen. Dies kündigte der Vorsitzende Hans-Ludwig Grüschow in Athen an. Dabei geht es um die Eliteförderung als höchste Stufe der Unterstützung sowie um 15 000 ? für die nachträglich vom ersten auf den vierten Rang zurückgesetzte Bettina Hoy. Über die Höhe der Prämie für die Mannschaftsmitglieder werde der Gutachterausschuss der Sporthilfe entscheiden, sagte Grüschow. Die Vielseitigkeit ist derzeit nur in der dritten von vier Förderstufen eingeordnet.

Unterdessen kümmert sich die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) um das Einsammeln der Medaillen. Die beiden Goldplaketten der aus Rheine stammenden Bettina Hoy lagern bereits in der Verbandszentrale in Warendorf. Die Reiterin hatte sie nach ihrer Ankunft in Düsseldorf am Sonntag einer Bekannten übergeben, die bei der FN beschäftigt ist. Die anderen Reiter wurden telefonisch benachrichtigt. Von dem Quintett weilt nur noch Hinrich Romeike (Nübbel) in Athen.

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