Jetzt muss Dortmund vielleicht Torsten Frings nach München verkaufen
Unter ihrem Niveau

Borussia Dortmunds rote Zahlen wirken sich nicht nur auf die Bilanz, sondern auch auf das Verhältnis zum FC Bayern aus. Während die Borussen den Münchnern in der Fußball-Bundesliga früher die Marktposition streitig machen wollten, müssen sie nun vielleicht sogar ihren begehrtesten Profi an den Rivalen abgeben.

HB DORTMUND. Torsten Frings ist derzeit das einzige, was die Bayern an Dortmund noch interessiert. Der Mittelfeldstratege avancierte in der Rückrunde zum überragenden Spieler. Im Mittelfeld hat er den Part des verletzten Tomas Rosicky übernommen.

In der einstigen Wachstumsbranche Fußball-Bundesliga galt Borussia Dortmund lange als Gegenentwurf zum FC Bayern München. Die Westfalen begegneten den Bajuwaren mehr als ein Jahrzehnt lang auf Augenhöhe und wurden auch im europäischen Geschäft zu einem bedeutenden Marktteilnehmer. Fußballspiele der beiden Klubs wurden als Gipfeltreffen annonciert. An diesem Samstag treten die Bayern wieder im Westfalenstadion an. Doch die Koordinaten haben sich sportlich wie wirtschaftlich verschoben. Die Bayern kommen zwar ausnahmsweise nicht als Titelfavorit, aber immer noch als solide finanziertes Schwergewicht der Liga. Der BVB indes ist in Schieflage geraten.

Sportlich ist Dortmund als Tabellensechster unter den Erwartungen geblieben, auch wenn fünf Spiele ohne Niederlage die Hoffnung geweckt haben, wenigstens den Uefa-Cup zu erreichen. Eine Saison ohne Europacupspiele würde die angekündigte Konsolidierung der Finanzlage zusätzlich erschweren. Nicht zuletzt das Verpassen der Champions League hat die Borussia in diesem Geschäftsjahr tief in die Verlustzone gestürzt. Im ersten Halbjahr erwirtschaftete die Kommanditgesellschaft auf Aktien einen Verlust von knapp 30 Millionen Euro. Die Dortmunder müssen in den nächsten Tagen mit einem Blauen Brief der Deutschen Fußball Liga rechnen. Das zu erwartende Defizit wird allenfalls durch beträchtliche Transfererlöse stark reduziert werden können.

Die Geschäftsführung kündigt zum Saisonende "gezielte Transfers" an, ohne allerdings Namen zu nennen. Als sicher gilt, dass der Klub die Tschechen Rosicky und Koller veräußern will. Ob sie die offenbar benötigten Erlöse in einer Größenordnung von 20 Millionen Euro erbringen, ist angesichts der europaweiten Flaute auf dem Transfermarkt unwahrscheinlich, zumal Rosicky lange verletzt war.

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