Jetzt sechs bis acht Prozent Marktanteil
RWE erwartet keine "Altlasten" bei Trienekens

Mit der kompletten Übernahme der in den Kölner Müllskandal verwickelten Entsorgungsfirma Trienekens AG hat sich die RWE Umwelt nach eigener Einschätzung kein "Altlasten"-Risiko ins Haus geholt.

rtr DüSSELDORF. Es gebe keine Veranlassung zu Bedenken bei öffentlichen Aufträgen, sagte der Vorstandsvorsitzende der RWE Umwelt, Bernard Kemper, am Montag in Düsseldorf. Von RWE beauftragte Wirtschaftsprüfer hätten ihre gemeinschaftliche Prüfung der Zahlungsvorgänge bei Trienekens abgeschlossen. Kemper räumte wie schon vorige Woche RWE-Vorstandschef Dietmar Kuhnt ein, dass es bei Trienekens im Zusammenhang mit dem Bau der Kölner Müllverbrennungsanlage Zahlungen an Schweizer Briefkastenfirmen gegeben habe. Diesen Zahlungen habe aber keine Gegenleistung gegenüber gestanden, hatte Kuhnt erklärt. Inzwischen habe die Firma Trienekens mit Stammsitz in Viersen durch eine korrigierte Steuererklärung ihren Fehler ausgeglichen.

Trienekens habe sich somit eines Steuerdelikts schuldig gemacht, "nicht mehr und nicht weniger", sagte Kemper. Die Kölner Staatsanwaltschaft hatte den Transfer von insgesamt zwölf Mill. DM (gut sechs Mill. ?) von Trienekens in die Schweiz aufgedeckt.

RWE Umwelt werde sich auch künftig an Ausschreibungen für Müllverbrennungsanlagen (MVA) beteiligen, sagte Kemper. Das sei schon angesichts einer erwarteten Zunahme des Müllaufkommens in den nächsten Jahren nötig. An der Anfang der 1990-er Jahre gebauten Kölner MVA ist Trienekens zusammen mit der Stadt Köln beteiligt.

Über den Kaufpreis für die restlichen 50 % an Trienekens wollte sich der Vorstandschef von RWE Umwelt nicht äußern. Man habe darüber Stillschweigen mit dem Verkäufer, der Familie Trienekens, vereinbart. RWE hatte die rückwirkend zum Jahresbeginn geltende Übernahme in der vorigen Woche bekannt gegeben. Kartellrechtliche Probleme erwartet Kemper nicht. Zusammen mit Trienekens kommt die Entsorgungssparte von RWE Kemper zufolge in diesem Jahr auf ein Ergebnis vor Steuern von knapp 90 Mill. ? bei einem Umsatz von rund 2,1 Mrd. ?. Mit einem Anteil von sechs bis acht Prozent am Müllmarkt sei die RWE-Umwelt-Gruppe damit Marktführer in Deutschland.

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