Jim Shea ist der erste Olympiasieger der Sportart seit 54 Jahren
Skeleton: Diana Sartor knapp an Bronze vorbei

Im erstmals seit 1948 bei olympischen Spielen ausgetragenen Wettbewerb Skeleton wurde Diana Sartor aus Altenberg bei den Frauen Vierte. Sie verpasste die Bronzemedaille um 16/100 Sekunden. Im Herren-Lauf belegte als bester deutscher Fahrer der Münchner Willi Schneider den neunten Platz. Jim Shea ist der erste Skeleton-Olympiasieger seit 54 Jahren.

HB/dpa SALT LAKE CITY. Der Amerikaner Jim Shea gewann am Mittwoch bei den Winterspielen in Salt Lake City Gold vor dem Österreicher Martin Rettl und Gregor Stähli aus der Schweiz. Mit einem amerikanischen Doppelsieg durch Tristan Gale und Lea Ann Parsley endete der olympische Skeleton-Wettbewerb der Frauen. Die Bronzemedaille ging an die Britin Alex Coomber. Steffi Hanzlik aus Steinbach-Hallenberg belegte Rang sieben.

In der "Schnee-Lotterie" von Park City hat Diana Sartor eine Niete gezogen. Die 31-jährige Altenbergerin musste sich bei der olympischen Premiere im Frauen-Skeleton und mit Platz vier begnügen. Steffi Hanzlik aus Steinbach-Hallenberg beendete das von starkem Schneefall beeinträchtigte Rennen der "Bauchrutscherinnen" als Siebte. "Knapp daneben ist auch vorbei. Aber kein Vorwurf an unsere Athleten. Sie haben das maximal Mögliche herausgeholt", sagte Klaus Kotter, der Präsident des Deutschen Bob- und Schlittensportverbandes. Die Amerikanerinnen nutzten in dem 1335 m langen Eiskanal ihren Heimvorteil und kamen durch Tristan Gale und Lee Ann Parsley zu einem Doppelsieg. Bronze errang die Britin Alex Coomber.

In der erstmals seit 1948 wieder olympischen Disziplin der Männer fuhren Routinier Willi Schneider (München) und Youngster Frank Kleber (Königssee) auf die Plätze neun und elf. "Das ist ein anständiges Ergebnis", bilanzierte Bundestrainer Franz-Josef Hofmann. Als Sieger des Rennens setzte der Amerikaner Jim Shea eine Familientradition fort. Der Großvater des 33-Jährigen, der bei der Eröffnungsfeier den Olympischen Eid gesprochen hatte, war 1932 in Lake Placid zweifacher Olympiasieger im Eisschnelllauf geworden. Silber gewann der Österreicher Martin Rettl vor Gregor Stähli aus der Schweiz.

"Dass sie so knapp an einer Medaille vorbei gefahren sind, ist schade. Diana hat ihr zweitbestes Resultat in dieser Saison erzielt", spendete Bundestrainer Hofmann der viertplatzierten Sächsin Trost. Steffi Hanzlik, die Weltmeisterin von 2000, haderte dagegen mit den schwierigen Bedingungen. "Wenn das Wetter so gewesen wäre wie im Training, hätte ich mir mehr ausrechnen können. Aber bei dem Schnee läuft meine Kufe nicht so gut."

Von einer Grippe geschwächt konnten die deutschen Männer wie erwartet nicht in die Entscheidung eingreifen. Frank Kleber hatte das Pech, im ersten Lauf mit der hohen Startnummer 19 in die Bahn zu müssen, war aber dennoch zufrieden. "Beide Läufe waren ziemlich gut, aber der Schnee hat gebremst", ärgerte sich der mit 21 Jahren jüngste Starter. Obwohl 140 Bahnarbeiter bemüht waren, die Bahn nach jedem Lauf mit Besen und Schaufeln von der weißen Pracht zu befreien, besaßen die Fahrer mit niedrigen Startnummern einen Vorteil.

Von einem "Lotteriespiel" sprach Willi Schneider, der 38-jährige Senior unter den Teilnehmern. "Diese Woche ist mir nicht leicht gefallen. Ich war krank. Deshalb bin ich mit meiner Platzierung hochzufrieden. Ich wollte unter die ersten Zehn", sagte der Weltmeister von 1998 und achtmalige deutsche Meister, der sich für Olympia einen neuen Schlitten hatte bauen lassen. Schneider ließ offen, ob er seine Karriere fortsetzt oder aufhören wird.

Hier die Ergebnisse und Zeiten im Überblick:

Männer

Gold: Jim Shea (USA) 1:41,96 Min. (50,89/51,07)

Silber: Martin Rettl (Österreich) 1:42,01 (51,02/50,99)

Bronze: Gregor Stähli (Schweiz) 1:42,15 (51,16/50,99)

4. Clifton Wrottesley (Irland) 1:42,57 (51,07/51,50)

5. Lincoln DeWitt (USA) 1:42,83 (51,63/51,20)

6. Jeff Pain (Kanada) 1:42,92 (51,51/51,41)

7. Chris Soule (USA) 1:42,98 (51,89/51,09)

8. Kazuhiro Koshi (Japan) 1:43,02 (51,50/51,52)

9. Willi Schneider (Königssee) 1:43,14 (51,67/51,47)

10. Duff Gibson (Kanada) 1:43,16 (51,40/51,76)

11. Frank Kleber (München) 1:43,34 (51,58/51,76)

Frauen:

Gold: Tristan Gale (USA) 1:45,11 Min. (52,26/52,84)

Silber: Lea Ann Parsley (USA) 1:45,21 (52,27/52,94)

Bronze: Alex Coomber (Großbritannien) 1:45,37 52,48/52,89)

4. Diana Sartor (Altenberg) 1:45,53 (52,55/52,98)

5. Maya Pedersen (Schweiz) 1:45,55 (52,92/52,63)

6. Lindsay Alcock (Kanada) 1:45,69 (52,62/53,07)

7. Jekatarina Mironowa (Russland) (52,97/52,98) und Steffi Hanzlik (Steinbach-Hallenberg) - beide 1:45,95 (52,82/53,13)

8. Steffi Hanzlik (Steinbach-Hallenberg) 1:45,95 (52,82/53,13)

9. Dany Locati (Italien) 1:46,65 (53,19/53,46)

10. Michelle Kelly (Kanada) 1:47,32 (53,76/53,56)

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