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Joachim Löw auf Spielersuche

Mainz (dpa) - Am ersten Arbeitstag für den Deutschen Fußball-Bund (DFB) war der «dritte Mann» bereits in neuer Mission unterwegs.

Mainz (dpa) - Am ersten Arbeitstag für den Deutschen Fußball-Bund (DFB) war der «dritte Mann» bereits in neuer Mission unterwegs.

Beim Liga-Pokalfinale zwischen Bayern München und Werder Bremen (3:2) zeigte sich Bundestrainer-Assistent Joachim Löw wie die 13 200 Zuschauer in Mainz besonders angetan vom Auftritt des überragenden Sebastian Deisler, doch sein Augenmerk galt auch den übrigen für die Nationalmannschaft in Frage kommenden Akteuren. «Es geht in den nächsten Wochen darum, die Mannschaft, den Kader einzugrenzen», betonte Löw, der mit Bundestrainer Klinsmann und Team- Manager Oliver Bierhoff bereits am 18. August beim Länderspiel in Wien gegen Österreich die erste Bewährungsprobe zu bestehen hat.

Zurückhaltend, fast scheu ansolvierte der Schwabe seinen ersten öffentlichen Auftritt als DFB-Coach. Der 44-Jährige zeigte sich in Interviews noch immer überrascht, welche Dynamik in der wochenlangen Suche nach einem Nachfolger des nach dem EM-Vorrundenaus in Portugal zurückgetretenen Rudi Völler gesteckt hat. «Das zeigt, dass der Fußball in Deutschland und insbesondere die Nationalmannschaft sehr wichtig sind.» Er habe sich vor zwei Wochen nicht vorstellen können, dass diese Aufgabe auf ihn zukommen könnte. «Jetzt kann ich mich voll und ganz damit identifizieren», erklärte Löw und ergänzte: «Es ist eine große Aufgabe und eine Ehre, für den DFB arbeiten zu dürfen.»

Mit Klinsmann und Bierhoff habe er schon abgestimmt, dass künftig vor allem auf taktisch gut ausgebildete Spieler geachtet werden soll. «Es ist einfach von Vorteil, wenn ein Spieler genau weiß, was er in einem bestimmten System auf einer bestimmten Position zu tun hat», sagte Löw der «Mainzer Rheinzeitung». In den kommenden drei bis vier Wochen will sich das DFB-Trio auf ein Spiel- System verständigen. «Wir wollen festlegen, wie wir grundsätzlich spielen, welche Art von Fußball wir auf den Platz bringen wollen. Und danach werden wir die Spieler aussuchen», kündigte der Bundestrainer- Assistent, der nicht Co-Trainer genannt werden will, an.

Klinsmanns Rolle als Nummer 1 im neuen Trio hat er akzeptiert. «Er ist der Chef, er hat die letzte Entscheidung.» Seine Schwerpunkte sieht «Jogi» Löw in der Trainings-Konzeption und-Steuerung sowie in der Spielersichtung. Um die Zukunft des deutschen Fußballs macht sich der zuletzt im Ausland recht erfolgreiche Coach keine Sorgen: «Wir haben in Deutschland eine Reihe von sehr guten Spielern. Wir müssen ihnen Selbstvertrauen für offensiven Fußball einimpfen.» Den jungen Spielern macht Löw mit dem Hinweis auf Aufsteiger wie Christoph Metzelder oder zuletzt Philipp Lahm Mut: «Eine einzige Bundesliga- Saison kann genügen, sich in die Nationalmannschaft zu spielen.»

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