Jörg Jaksche auf Rang vier
Australier Rogers gewinnt Deutschland-Tour - Ullrich Fünfter

Der Überraschungssieger darf sich als Neuentdeckung feiern lassen. Erik Zabel verpasste schon Abschluss der Tour seinen zweiten Etappensieg.

dpa SAARBRÜCKEN. Die am Pfingstmontag in Saarbrücken vor großer Zuschauer-Kulisse zu Ende gegangene Deutschland-Tour war ein wichtiger Wegweiser für die in knapp vier Wochen beginnende 90. Tour de France: Jan Ullrich ist auf fast altem Leistungsniveau angelangt, und der Überraschungssieger Michael Rogers aus Australien durfte sich als Neuentdeckung feiern lassen. Überschattet wurde die Rundfahrt vom plötzlichen Herztod des französischen Profis Fabrice Salanson vor dem Start am vergangenen Dienstag.

Erik Zabel (Unna) verpasste zum Abschluss der Deutschland-Tour im Ziel des 7. Tagesabschnitts nach 173 km auf Rang zwei seinen zweiten Etappensieg. Der Gerolsteiner-Sprinter Olaf Pollack aus Cottbus schnappte ihm am Montag dieses Erlebnis vor der Nase weg. "Das war vor meiner ersten Tour de France eine schöne Selbstbestätigung.", freute sich Pollack. Der Weltranglisten-Spitzenreiter Zabel konnte sich zum Abschluss der 1186 km langen Tour von Dresden nach Saarbrücken nach seinem Etappenerfolg zum Auftakt aber immerhin wieder mit dem schwarzen Punktetrikot trösten.

Ullrich: Der Trend geht nach oben

"Ich bin überaus zufrieden und schon weiter als ich dachte. Der Trend geht nach oben - das ist für die Tour ein gutes Zeichen", sagte Ullrich, der mit dem fünften Rang im Gesamtklassement 2:01 Minuten hinter Rogers gut leben konnte. Schließlich liegen Monate lange Querelen um den Teamwechsel und 14 Monate Rennpause bis zum diesjährigen April hinter ihm.

Noch zufriedener als mit seinem Abschneiden im Gesamtklassement konnte der 29-jährige Olympiasieger beim 40,7 km langen Zeitfahren am Sonntag in Bretten sein. Platz zwei 1:10 Minuten hinter dem wie entfesselt fahrenden Rogers und vor den Spezialisten Michael Rich (Emmendingen) und Uwe Peschel (Berlin) eröffnen hoffnungsvolle Perspektiven für Frankreich. Der vierfache Toursieger Lance Armstrong lobte aus der Ferne: "So stark war Ullrich zu diesem Zeitpunkt noch nie - er und Hamilton sind bei der Tour meine härtesten Konkurrenten."

Für den angeschlagenen Weltmeister im Zeitfahren und Telekom-Neuling Santiago Botero (Kolumbien) blieb dagegen nach einer gerade überstandenen Erkältung in seiner Parade-Disziplin nur Rang 78. Bei seinem Sensations-Sieg vom Sonntag profitierte der 23-jährige Rogers, dessen Namen man sich für die Tour de France merken muss, auch vom Sturz des großen Favoriten Igor Gonzalez de Galdeano. Der Spanier raste drei Kilometer vor dem Ziel in die Absperrgitter und brach sich das Schlüsselbein. Er soll am Dienstag in Spanien operiert werden.

Bester deutscher Profi im Gesamtklassement wurde der Ansbacher Once-Fahrer Jörg Jaksche auf Rang vier - 1:54 Minuten hinter dem in Varese/Italien lebenden Rogers, der José Azevedo (1:19 zurück) in der Endabrechnung auf den zweiten Platz verwies. Der Portugiese hatte zusammen mit seinem Team-Kollegen Galdeano am Samstag die Feldberg-Etappe nach einer sagenhaften Once-Offensive gewonnen, bei der sich Ullrich mit 1:22 Minuten Rückstand achtbar hielt.

Vor seinem Coup während der Deutschland-Tour hatte sich Quick-Step-Profi Rogers durch einen Erfolg bei der Belgien-Rundfahrt empfohlen. Er setzt die Erfolgsserie seiner noch bekannteren Landsleute Robbie McEwen, Stuart O'Grady und Baden Cooke fort.

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