Joerg Pfuhl folgt Arnold Kiel als Deutschland-Geschäftsführer von Random House
Neuer Chef soll Bertelsmann-Verlag profitabler machen

"Effektives Management in Zeiten der Krise" - diese Überschrift prangte kürzlich auf der Internet-Presseseite der Verlagsgruppe Random House, der Buchsparte des Gütersloher Medienkonzerns Bertelsmann. Gemeint war zwar ein Bestseller, doch könnte die Losung auch für den weltgrößten Buchverlag gelten.

HB/hps DÜSSELDORF. Dessen Management-Spitze in Deutschland haben die Gütersloher mitten in der Flaute erneut ausgetauscht: Als neuer Deutschland-Chef löst Joerg Pfuhl jetzt Arnold Kiel ab, der nach nur acht Monaten schon wieder gehen muss. Pfuhl übernimmt von ihm die Aufgabe, gemeinsam mit dem Verleger Klaus Eck Random House Deutschland aus der Flaute zu steuern. Zehn Prozent Rendite hatte Peter Olson, Chef von Random House, im Oktober auf der Buchmesse als langfristige Richtschnur für Deutschland genannt.

Es gebe keine operativen Vorgaben aus Gütersloh oder New York, sagt Pfuhl. Doch an den zehn Prozent wird er sich messen lassen müssen, während sich die Buchbranche insgesamt schon freuen würde, wenn am Jahresende eine Null unter dem Strich stünde.

Wie weit Pfuhl noch von Olsons Wünschen entfernt ist, gibt Random House Deutschland nicht bekannt. "Wir sind auf gutem Weg. Wir haben 2002 unseren Umsatz entgegen dem Markttrend steigern können und Marktanteile gewonnen", sagt Pfuhl nur. Die Deutschland-Zahlen hält die Verlagsgruppe noch unter Verschluss. Random House erzielte weltweit eine gute Milliarde Euro Umsatz im ersten Halbjahr. In der Vergangenheit hatte der deutschsprachige Raum einen Umsatzanteil von etwa 9 %. Pfuhl steht nicht für einen Strategiewechsel. Er schlage aber verbindlichere Töne an als sein Vorgänger, trete zurückhaltend und gleichzeitig konsequent auf, heißt es in der Branche lobend über ihn.

Der 38 Jahre alte promovierte Finanzwissenschaftler gilt als Olsons Ziehsohn; er arbeitete zuletzt für Olson in der New Yorker Zentrale. Pfuhls Wechsel nach München ist die vorerst letzte Umbesetzung an der Spitze. Zuvor trennte sich Random House von dem langjährigen Marketingchef und heutigen Buchmessen-Direktor Volker Neumann und dem kaufmännischen Geschäftsführer Ulrich Geiger. Random House Deutschland ist mit Verlagen wie Goldmann, C. Bertelsmann, Blanvalet, Karl Blessing, Berlin Verlag, Siedler und Luchterhand nach wie vor Marktführer unter den Publikumsverlagen. Wegen der angespannten Wirtschaftslage hat sich die Verlagsgruppe ein Sparprogramm verordnet. Teil dieser Überlegungen ist neben der Aufgabe der Ratgeber-Sparte auch der Verkauf des Bildband-Verlags Frederking & Thaler.

Quelle: Handelsblatt

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