Jörg Will ist Chef der Personal- und Unternehmensberatung IFP in Köln
Aufgepasst beim Zwischenzeugnis

Sicher, in manchen Bewerbungssituationen scheint es auf den ersten Blick von Vorteil, wenn Sie Ihren Unterlagen ein Zwischenzeugnis aus Ihrer gegenwärtigen Position beifügen könnten. Aber im Grunde genommen erwarten es die wenigsten, die Ihre Unterlagen erhalten.

Natürlich sind Sie als Bewerber ohne Zwischenzeugnis dann um so mehr gefordert, Ihre Aufgaben und Verantwortungsbereiche ansprechend darzustellen - aber das sollten Sie ja ohnehin können.

Also, wann ist es wichtig und sinnvoll, sich ein Zwischenzeugnis ausstellen lassen? Über begründete Anlässe herrscht allgemein Einigkeit: die sicher bevorstehende Beendigung des Arbeitsverhältnisses (Vertragsbefristung, drohender Konkurs, Kündigung durch den Arbeitnehmer), der Wechsel von Funktion, Aufgabe oder Vorgesetztem. Auch längere Unterbrechungen des Arbeitsverhältnisses (etwa wegen Schwangerschaft, Wehr-/Zivildienst oder Sabbatjahr) oder die Übernahme von Unternehmen beziehungsweise Betriebsteilen rechtfertigen ein Zwischenzeugnis. Wer sein Anliegen dem Vorgesetzten nachvollziehbar begründet, muss aller Erfahrung nach nicht befürchten, dass ihm daraus Nachteile erwachsen.

Welcher wichtige Grund es auch immer ist, aus dem Sie sich ein Zwischenzeugnis ausstellen lassen - er sollte am Ende des Zeugnisses aufgeführt sein. Werden Sie etwa durch die Standortschließung Ihren Job verlieren - man hätte Sie aber ansonsten mehr als gerne im Unternehmen behalten. Dann mag eben dies der entscheidende Aspekt sein, der Ihr Motiv einer Bewerbung glaubhaft unterstreicht.

Häufig zeigt sich, dass gerade Führungskräfte, die über einen sehr langen Zeitraum eine kontinuierliche Entwicklung in ihrem Unternehmen genommen haben, es schlichtweg vergessen, zur rechten Zeit um ein Zwischenzeugnis zu bitten. Oftmals denken sie erst daran, wenn sie sich aktiv auf dem Arbeitsmarkt umsehen. Bis dahin war ihnen meist die erfolgreiche Entwicklung genug Beweis der guten Leistung. Verständlich. Dennoch: Wenn es bei Ihnen richtig gut läuft und die neue, nächst größere Aufgabe ansteht, sollten Sie sich Ihren erreichten Status und Ihr erarbeitetes Renommee einmal dokumentieren lassen.

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