John McCain: Totgesagte leben länger

John McCain
Totgesagte leben länger

Bis New Hampshire waren drei Namen dominant im US-Vorwahl-Marthon: Clinton, Obama, Huckabee. Mit der Entscheidung in New Hampshire ist nun ein weiterer im Gespräch: McCain. Viele hatten ihn schon für politisch für tot erklärt. Doch nun wird der nächste Showdown auch bei den Republikanern wieder spannend. Und McCain hat vor allem einen Vorteil.

WASHINGTON. Der Mann ist 71, seine Haare sind weiß, man sieht ihm die Jahre an - nicht ohne Pikanterie, dass der „Washington Post“ nach dem Vorwahl-Sieg John McCains gleich das Wort „Wiederauferstehung“ einfällt. Schließlich haben flinke Kommentatoren den Mann noch vor ein paar Monaten politisch für tot erklärt.

„Mac is back“, skandieren seine Anhänger nach dem überraschend deutlichen 39-Prozent-Sieg in New Hampshire. Ist McCain, der Vietnamkriegsveteran, der im Irak unbeirrbar auf einen militärischen Sieg setzt, der Mann, der ins Weiße Haus einziehen könnte?

„Heute Nacht haben wir dem Land gezeigt, wie ein Comeback aussieht“, ruft der Senator seinen Fans zu. Experten meinen, ihm sei es besonders gut gelungen, unabhängige Wähler für sich zu mobilisieren. Doch der einstige US-Marineflieger, der über Vietnam abgeschossen wurde und Jahre lang in Hanoi in Gefangenschaft war, dürfte kaum vergessen haben, dass er schon einmal in New Hampshire einen Triumph gefeierte hatte - das war im Jahr 2000, der Gegner hieß damals George W. Bush. Gut 18 Prozentpunkte lag McCain damals vorn, das Weiße Haus wähnte er praktisch schon in Reichweite - bekanntlich ging die Geschichte anders aus.

Auch diesmal ist für den einstigen Offizier noch viel zu tun. „Der nächste Showdown ist am 15. Januar in Michigan“, schreibt die New York Times“. Dort wartet eine ganz besondere Herausforderung, Michigan ist die Heimat seines schärfsten Rivalen Mitt Romney, dessen Vater dort Jahre lang Gouverneur war. Ein Heimspiel für Romney also.

Vorteil Multimillionär

Zwar ist der 60-jährige Romney nach 32-Prozent-Niederlagen in New Hampshire und der Schlappe vergangene Woche in Iowa angeschlagen. Doch der Multimillionär verfügt über beachtliche Geldreserven, die er weiterhin bereit ist, in seinen Wahlkampf zu pumpen. Weiterer Vorteil ist, dass er äußerlich überraschend jugendlich wirkt. Der große Unsicherheitsfaktor bei Romney: Er ist Mormone, das könnte viele potenzielle Anhänger abschrecken. Noch niemals in der US-Geschichte schaffte es ein Mormone ins Weiße Haus.

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