John Sidgmore als Nachfolger gehandelt
WorldCom-Chef Bernard Ebbers zurückgetreten

Der Chef des US-Telekomkonzerns WorldCom, Bernard Ebbers, ist mit sofortiger Wirkung zurückgetreten. Nachfolger des 60-Jährigen werde der bisherige Vize-Chairman John Sidgmore, der zuvor jahrelang die Internet-Sparte UU-Net geleitet hatte, teilte das in Clinton im Bundesstaat Mississippi ansässige Unternehmen am Dienstag mit.

Reuters NEW YORK. Damit bestätigte WorldCom Berichte der Online-Ausgabe des "Wall Street Journal". Dem Blatt zufolge gab Ebbers mit seinem Schritt dem zunehmenden Druck des Verwaltungsrats angesichts des jüngsten Kursverfalls der Aktien nach. WorldCom-Titel haben seit Januar wegen der trüben Konzernaussichten für das laufende Geschäftsjahr mehr als 80 Prozent an Wert verloren. Am Dienstag stiegen die Aktien nach Bekanntwerden des Rücktritts vorbörslich auf der Instinet-Handelsplattform allerdings um mehr als 14 Prozent auf 2,68 Dollar, während die Kurse der Konzern-Anleihen verloren.

Ebbers gilt als einer der bekanntesten Persönlichkeiten in der US-Telekombranche. Er hat WorldCom von einem kleinen Anbieter zu einem der weltweit größten Telekommunikationsunternehmen mit mehr als 80.000 Angestellten gemacht. Doch die Kosten der aggressiven Expansionsstrategie des Konzerns und die Abschwächung der weltweiten Branchenkonjunktur haben das Ansehen des Unternehmens an der Wall Street im vergangenen Jahr stark belastet. Allein seit dem 19. April hat die World-Com-Aktie, die 1999 noch bei 64 Dollar notierte, 61 Prozent verloren, nachdem der Konzern seine Prognosen für das laufende Geschäftsjahr ein weiteres Mal reduziert hatte.

Belastet wurde der Aktienkurs auch von Berichten über Konzernkredite an Ebbers über 366 Millionen Dollar. Dieser Sachverhalt wird derzeit von der US-Börsenaufsicht SEC geprüft. In einem Interview mit dem "Wall Street Journal" hatte der neue Firmenchef Sidgmore am Montag gesagt: "Es ist kein Geheimnis, dass auf dem Unternehmen seit dem vergangenen Jahr ein enormer Druck lastet." Am Dienstag erklärte er aber, WorldCom sei gut aufgestellt, um die Chancen des beginnenden Aufschwungs zu nutzen.

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