Joint Venture bei Medizintechnik
Siemens steigt bei Drägerwerk ein

Die Drägerwerk AG Lübeck und Siemens planen ein Joint Venture in der Medizintechnik. Dabei bringt Siemens seine Elektromedizinsparte ein und erhält dafür Anteile an der Dräger Medical.

beu LÜBECK. Danach werden die Dräger Medical AG & Co KGaA und der Siemens Bereich Medical Solutions, Erlangen, ihre weltweiten Aktivitäten im klinischen Akutbereich für Operationen, Anästhesie sowie Intensiv- und Notfallmedizin einschließlich der Produkte für den Home-Care Bereich in einem Joint Venture vereinen.

Dabei bringt Siemens seine Elektromedizinsparte mit Patienten-Überwachung, Anästhesie, Beatmung und Dienstleistungen in die unter dem Dach der Holding Drägerwerk AG stehende Dräger Medical ein und erhält dafür 35 % am Kommanditaktienkapital. Das Joint Venture kommt auf ein Geschäftsvolumen von 1,2 Mrd. Euro und wird 6 400 Mitarbeiter beschäftigen, davon rund 4 800 von Dräger und 1 200 von Siemens. Dräger Medical setzte zuletzt 805 Mill. Euro um und zählt mit einem Weltmarktanteil von 5 % zu den fünf größten Unternehmen.

Den Einstieg von Siemens bewertet der Analyst Dieter Thomaschowski von DaVinci Asset Management als schlüssig und die für Dräger beste Lösung.

Wenn es dem Konzern gelinge seine Umsatzrendite von jetzt 0,8 % auf 2,5 % zu steigern, hält Thomaschowski ein Kurspotenzial von 30 Euro für möglich. Ein Test sei der alte Höchststand von 24 Euro. Derzeit notiert die Vorzugsaktie mit 18,75 Euro.

Der in den Bereichen Medizin- und Sicherheitstechnik tätige Drägerwerk-Konzern liegt nach den Worten des Vorstandsvorsitzenden Theo Dräger auf Wachstumskurs. Im ersten Quartal 2002 erhöhte sich der Umsatz um 14 %, das Konzernergebnis war erstmals in den ersten drei Monaten mit 3 Mill. Euro positiv. Im Gesamtjahr erwartet Dräger einen Umsatzanstieg um 5 % sowie eine "überdurchschnittliche Ergebnissteigerung".

Im Jahr 2001 ist Dräger bei einem Umsatz von 1,26 Mrd. Euro (+10,6 %) mit einem Konzernergebnis von 10,2 Mill. Euro die Rückkehr in die Gewinnzone gelungen. Das Lübecker Unternehmen war ein Jahr zuvor infolge der 48 Mill. Euro Aufwendungen zur Restrukturierung der Medizinsparte mit insgesamt 58,6 Mill. Euro Jahresfehlbetrag tief in die Verlustzone gerutscht.

Maßgeblich für die Verbesserung war, dass die in der Dräger Safety AG &Co KGaA gebündelte Sicherheitssparte, die 33 % zum Gesamtumsatz beiträgt, das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) auf 30,3 (27,4) Mill. Euro verstärkt hat. Bei Dräger Medical schlug sich das auf drei Jahre angelegte Strukturprogramm positiv nieder. Der Ebit erreichte 39,0 (9,1) Mill. Euro.

Quelle: Handelsblatt

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