Joint Venture geplant
Sony verhandelt mit Ericsson über Mobilfunk-Allianz

Der japanische Sony-Konzern und der schwedische Handyhersteller Ericsson werden offenbar künftig gemeinsam Mobiltelefone produzieren.

rtr/dpaTOKIO. Der japanische Elektronik-Konzern Sony und der schwedische Mobiltelefon-Hersteller Ericsson verhandeln nach eigenen Angaben über ein Gemeinschaftsunternehmen zur Handyproduktion. Es gebe Gespräche, bei denen jedoch noch nichts entscheiden sei, teilten die Unternehmen übereinstimmend am Donnerstag mit, ohne weitere Details zu nennen. Der japanische Fernsehsender NHK berichtete, beide Unternehmen hätten sich grundsätzlich auf ein Joint Venture in Großbritannien geeinigt und würden in der kommenden Woche dazu eine Erklärung abgeben. Sie wollten mehrere Milliarden DM investieren.

Die Zeitung "Nihon Keizai Shimbun" schrieb, die Vereinbarung sehe eine Zusammenlegung der Geschäftsbereiche für Mobiltelefone vor. Ob das Joint Venture Handys unter einem einheitlichen Markennamen anbieten werde, sei noch nicht entschieden. Ericsson hatte Ende Januar angekündigt, seine Mobiltelefon-Herstellung vollständig auslagern zu wollen. Diese macht seit dem zweiten Quartal 2000 Verluste. Von der geplanten Auslagerung sind auch Produktionsstätten in Großbritannien betroffen. Zudem hatten hohe Entwicklungskosten für die neue Handy-Generation und der Konkurrenzdruck Ericsson dazu veranlasst, 3 300 Stellen zu streichen. Sony hatte im vergangenen Sommer mitgeteilt, zu einem der weltweit wichtigsten Handyproduzenten aufsteigen zu wollen. Ericsson hat im vergangenen Jahr 43 Millionen Mobiltelefone verkauft, Sony sieben Millionen.

Analysten sind postitiv gestimmt

Analysten beurteilten die Berichte über ein mögliches Joint Venture positiv. "Das wäre gut für Sony, weil es seine Vertriebskanäle erweitern und seine Produktion ankurbeln würde", sagte UBS-Warburg-Analyst Masahiro Ono. Allerdings müssten noch weitere Einzelheiten genannt werden. "Die Frage ist, wie viel Sony für die Allianz bezahlt", sagte Ono. Sonys Aktien schlossen an der Börse in Tokio in einem festen Marktumfeld um 3,24 % höher. Ericsson-Papiere stiegen bei freundlich tendierendem OMX-Index um vier skr auf 67,50 skr.

Eine Allianz zwischen dem weltweit drittgrößten Handy-Anbieter Ericsson und dem Elektronikriesen Sony, der unter anderem Mobiltelefone mit Musikspeicher baut, könnte die bislang größten Handyproduzenten Nokia und Motorola unter Druck setzen. Nokia kontrolliert 30,6 % des Weltmarktes für Mobiltelefone und konnte diesen Anteil laut "Nihon Keizai Shimbun" im vergangenen Jahr mit 412 Millionen verkauften Handys auf 45 % ausbauen. Zweitgrößter Anbieter ist Motorola, gefolgt von Ericsson, das in jüngster Zeit jedoch Marktanteile verloren hat.

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