Joint Venture in trockenen Tüchern
Thyssen-Krupp mit Daimler über MB Lenkungen einig

Die seit Monaten verhandelte Übernahme der Daimler-Chrysler-Tochter MB Lenkungen durch die Thyssen-Krupp AG steht nach Angaben aus unternehmensnahen Kreisen kurz vor dem Abschluss.

Reuters DÜSSELDORF. Der Vertragsabschluss stehe in den nächsten Tagen bevor, nachdem letzte Fragen geklärt seien, hieß es am Freitag in den Kreisen weiter. Ursprünglich habe man schon Ende Mai handelseinig werden wollen. Ein Grund für die Verzögerung wurde nicht genannt. Thyssen-Krupp und Daimler-Chrysler verhandeln seit Monaten darüber, MB Lenkungen in ein Joint Venture einzubringen, an dem der Düsseldorfer Mischkonzern 60 % und der Stuttgarter Autobauer 40 % der Anteile halten sollen. Der Vertrag enthalte die Option, dass ThyssenKrupp bis 2005 die restlichen Anteile von Daimlerchrysler übernehme. Weder Thyssen-Krupp noch Daimler-Chrysler waren zu einer Stellungnahme bereit.

Für die 1 250 Mitarbeiter der MB Lenkungen wurde nach Betriebsratsangaben bereits ein Sozialplan ausgehandelt, der bis Ende 2008 soziale Härten bei einem möglichen Arbeitsplatzabbau verhindern soll. Den Plänen der beiden Großkonzerne zufolge, sollten im Zuge einer Produktionsverlagerung rund 350 Stellen der MB Lenkungen von Düsseldorf nach Sachsen-Anhalt verlagert werden. MB Lenkungen erzielte im Geschäftsjahr 2001 einen Umsatz von 260 Mill. ?.

ThyssenKrupp will seine Sparte Automobilzulieferung erklärtermaßen durch Zukäufe und Kooperationen stärken. Neben MB Lenkungen, die neben den DaimlerChrysler-Marken auch Lenkungen für andere Autobauer liefert, verhandelt ThyssenKrupp seit längerem mit der Fiat-Gruppe über eine Übernahme deren Fahrwerk- und Achsenbauers Magneti Marelli. Interesse besteht seitens ThyssenKrupps auch an Zulieferbetrieben von Opel.

Thyssen-Krupp-Chef Ekkehard Schulz hatte im Februar nach der Rückstufung des Bonitätsratings durch die Rating-Agentur Standard & Poor's erklärt, es werde trotzdem keinen Investitionsstopp geben. Weitere Zukäufen wolle man aber vorrangig mit Erlösen aus dem Verkauf von Unternehmensbeteiligungen finanzieren.

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