Joker Del Piero glückt 1:1
"Gott ist gerecht"

"Gott ist gerecht, wir hatten mehr Chancen." Ein sichtlich mitgenommener Giovanni Trapattoni bemüht nach dem hart umkämpften 1:1 gegen Mexiko höchste Instanzen. Tatsächlich verdanken die Italiener die Achtelfinal-Teilnahme auch dem Versagen der Kroaten gegen Ecuador.

HB/sid OITA. Italien hat sich mit viel Glück beim 1:1 (0:1) gegen Mexiko in Oita ins Achtelfinale der Fußball-WM gerettet und den dritten Favoritensturz nach dem Aus von Frankreich und Argentinien damit knapp vermieden. "Gott ist gerecht, wir hatten mehr Chancen. Ich bin sehr glücklich, dass wir mit dem späten Tor doch die Niederlage abwenden konnten", sagte ein sichtlich mitgenommener Trainer Giovanni Trapattoni.

"Der Druck auf die Mannschaft durch unsere eigenen Tifosi war enorm", fuhr er fort. "Umso großartiger war die Reaktion meines Teams auf das 0:1. Wir haben uns bis zuletzt nicht aufgegeben. Wir sind gestolpert, aber nicht gefallen."

Alessandro Del Piero (Juventus Turin) war gerade sieben Minuten auf dem Platz, als er in der 85. Minute eine Flanke des ebenfalls eingewechselten Vincenzo Montella einköpfte. Jared Borgetti (34.) hatte die Mittelamerikaner ebenfalls per Kopf in Führung gebracht.

Das Unentschieden reichte der Squadra Azzurra nur, weil gleichzeitig Kroatien in Yokohama seine Chance gegen Ekuador verspielte. Die Truppe von Trainer Giovanni Trapattoni, dessen Rücktritt für den Fall des Scheiterns erwartet worden war, musste bis zum Schlusspfiff zittern. Erst als Kroatiens 0:1 bekannt wurde, wurde die Anspannung durch Jubelszenen auf der Auswechselbank abgelöst. Die letzten beiden Minuten wurden zum "Nichtangriffspakt" beider Teams.

Der krasse Außenseiter Mexiko sicherte sich den Gruppensieg, erreichte zum dritten Mal in Serie das Achtelfinale, wo man nun am 17. Juni in Jeonju/Südkorea auf den Zweiten der Gruppe D (Südkorea, USA oder Portugal) trifft. Im Viertelfinale könnte Deutschland warten. Am 18. Juni muss Italien in Daejeon/Südkorea gegen den Sieger der Gruppe D antreten.

Vor 39.291 Zuschauern im Stadion Big Eye wirkte der dreimalige Weltmeister Italien fünf Tage nach dem 1:2 gegen Kroatien zuerst vom Schock erholt und gestaltete die Partie klar überlegen. In der 17. Minute hatte Francesco Totti (AS Rom) die erste Riesenchance auf dem Fuß, als er frei aus zehn Metern am entfernten Eck vorbeizog. Wie aus heiterem Himmel fiel das 1:0 für Mexiko nach einer weiten Flanke von Cuauhtemoc Blanco an den Fünfmeterraum, die ausgerechnet Kapitän Paolo Maldini in seinem 125. Landerspiel auf dem falschen Fuß erwischte.

Italien kaputulierte nicht, setzte seine ständigen Angriffe auch nach der Pause fort, wurde aber sichtlich immer nervöser. So verstolperte Christian Vieri (74.) förmlich das mögliche 1:1. Doch Mexiko konterte schon zuvor brandgefährlich. In der 55. Minute verfehlte Arellano frei vor Buffon nur hauchdünn das 2:0. Trapattoni musste auf den verletzten Luigi di Biagio verzichten. Dafür kam vorn Filippo Inzaghi (AC Mailand) erstmals von Beginn an neben Vieri zum Einsatz, der bis dahin alle drei Tore der Italiener erzielt hatte. Inzaghis Hereinnahme zahlte sich aber nicht aus, er wurde in der 56. Minute gegen Vincenzo Montella (AS Rom) ausgewechselt. In der 78. Minute ging auch Totti vom Platz, es kam Del Piero (Juventus Turin). Die beiden "Neuen" sorgten dann doch noch für das glückliche Ende.

Abwehrchef Alessandro Nesta, trotz Verletzung aufgelaufen, verdiente sich bei Italien als einziger eine gute Note, aber auch er mit Abstrichen. Bei Mexiko ragten Kapitän Rafael Marquez und Jesus Arellano heraus.

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