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„Joker“ Klose tankt bei Bremen weiter Selbstvertrauen

Vom Fehleinkauf zum Toptorjäger: Mit dem vierten Dreierpack seiner Karriere hat „Edeljoker“ Miroslav Klose alle Kritiker Lügen gestraft, bei Meister Werder Bremen den Durchbruch geschafft und Vorgänger Ailton vergessen gemacht.

dpa BOCHUM. Vom Fehleinkauf zum Toptorjäger: Mit dem vierten Dreierpack seiner Karriere hat "Edeljoker" Miroslav Klose alle Kritiker Lügen gestraft, bei Meister Werder Bremen den Durchbruch geschafft und Vorgänger Ailton vergessen gemacht.

"Die Tore geben mir viel Selbstvertrauen. Aber ich habe das vor allem der Mannschaft zu verdanken. Wenn man die Bälle so aufgelegt bekommt, ist es nicht schwer sie reinzumachen", sagte der zuletzt viel gescholtene Nationalstürmer nach seiner Gala beim 4:1 (0:0) im Ruhrstadion gegen den VfL Bochum bescheiden.

Innerhalb von nur 20 Minuten versetzte der nach der Pause eingewechselte 26-Jährige die Werder-Fans unter den 25 110 Zuschauern mit einem Hattrick (70./88./89.) in Verzückung. Dabei wurde Trainer Thomas Schaaf vier Tage vor dem wichtigen Champions-League-Heimspiel gegen den FC Valencia gewissermaßen zu seinem Glück "genötigt". Denn Nelson Valdez, der nach einem Zusammenprall mit VfL-Keeper Rein van Duijnhoven (20.) die Gelbe Karte gesehen hatte und kurz darauf nach einer Attacke gegen Sören Colding von Referee Hermann Albrecht streng ermahnt wurde, kam wegen akuter "Gelb-Rot"-Gefahr nicht mehr aus der Kabine. "Ich war gezwungen, Nelson zu seinem Schutz heraus zu nehmen", gab Schaaf zu. Umso mehr freute er sich über sein glückliches Händchen: "Dass ich den Richtigen eingewechselt habe, haben ja alle mitgekriegt."

Für Klose war die Partie der womöglich entscheidende Schritt aus der Krise. Wegen der Startschwierigkeiten nach seinem Wechsel von Kaiserslautern nach Bremen war der Vizeweltmeister schon als fünf Mill. Euro teurer Fehleinkauf abgestempelt worden. Dabei hat Klose, der seinen bisher einzigen Liga-Dreierpack im Lauterer Trikot beim 4:2 gegen Hertha BSC am 23. November 2003 schaffte, in dieser Spielzeit immerhin schon zwei Joker-Tore erzielt. Im DFB-Dress glückten ihm sowohl beim 7:1 gegen Israel (Februar 2002) als auch beim 8:0 zum WM-Auftakt 2002 gegen Saudi-Arabien drei Treffer.

Sportdirektor Klaus Allofs konnte Kloses Erleichterung verstehen. "Es war ungerecht, dass er bei uns von Anfang an mit Ailton verglichen wurde. Er hat sich viele Gedanken gemacht und unter Druck gesetzt", meinte Allofs, der wie Schaaf immer von den Qualitäten des Stürmers überzeugt war. Das in ihn gesetzte Vertrauen zahlte Klose mit seinem Saisontoren drei bis fünf gleich dreifach zurück. Schon beim 1:0 von Tim Borowski (54.) glänzte er als Vorbereiter. Fast im Alleingang versetzte er nach dem Ausgleich durch Aleksander Knavs (68.) dem VfL den K.o. und empfahl sich für die kommenden Aufgaben der Nationalelf und bei Werder. Schaaf: "Der Sieg gibt ihm und uns viel Selbstvertrauen und Sicherheit."

Peter Neururer gestand ein, dass die erste VfL-Saisonniederlage verdient war. "Wir haben nie unseren Rhythmus gefunden. Man kann auch sagen, dass wir einfach auf einen besseren Gegner getroffen sind", sagte der Coach. Dabei hatte seine Elf in Hälfte eins sogar Vorteile und bessere Chancen, baute jedoch nach dem Ausscheiden von Kapitän Dariusz Wosz, der in seinem 300. Bundesligaspiel nach einem Zusammenprall mit Petri Pasanen wie der Finne mit einer blutenden Platzwunde am Kopf (61.) vom Feld musste, rapide ab. Dennoch werfe die Schlappe den VfL vor dem Uefa-Cup-Spiel gegen Standard Lüttich (Donnerstag) nicht um, so Neururer: "Wir sind gestolpert, aber nicht hingefallen."

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