Joker Nelson Valdez schießt Bremen eine Runde weiter
Mai-Feiertage im Dezember

Der Einzug ins Champions-League-Achtelfinale macht Bremen so selbstbewusst wie einst der Gewinn der Meisterschaft. "Egal wer kommt, unser Weg geht noch weiter", erklärte Fabian Ernst und lässt die Fans vom Titel träumen.

Selten hat sich ein Auslaufen bei Werder Bremen so zum Schaulaufen verwandelt wie in dieser regnerischen Dezember-Nacht von Valencia. Die spanischen Anhänger waren längst fluchtartig aus dem Mestallastadion getürmt, als die Bremer Protagonisten sich im Zusammenspiel mit ihren euphorisierten Anhängern gefielen. Johan Micoud, sonst der notorisch missgelaunte Einzelgänger, dirigierte die auf ihn angestimmte Hymne, Andreas Reinke übte sich im Stepptanz, Nelson Valdez zelebrierte gekonnt die Welle. "Wir haben Großes geleistet", sagte Trainer Thomas Schaaf nach dem 2:0 beim FC Valencia durch zwei späte Tore des eingewechselten Nelson Valdez (83. und 90. Minute), der sogleich "die besten Momente meines Lebens" ausrief.

"Er hat binnen acht Minuten einen ganzen Verein kaputt geschossen", sagte Jürgen L. Born, Bremens Vorstandsboss, in pathetischem Tonfall. Dann schloss er den 21-jährigen, "der mit jeder Minute mehr brennt, in der er draußen sitzt", in die Arme. Denn ohne Born wäre Valdez nicht bei Werder. In Paraguay, bei einem kleinen Klub in Tembetary, wo "Fußball auf roter Erde gespielt wird" (Born), wurde er einst auf einen Jungen hingewiesen, "der gar nicht mehr runterkommt auf die Erde". Was Born meinte: Die Explosivität und Sprungkraft des Stürmers, der sich in der Eigencharakteristik "als Känguru mit Sprungfedern" bezeichnet. Und dem nun der größte Satz seiner jungen Karriere gelang. "Er steht sonst im Schatten der anderen", sagte sein Trainer und Förderer Schaaf, "nun richten sich alle Scheinwerfer auf ihn." Und eben nicht auf Miroslav Klose oder Ivan Klasnic. Valdez selbst spielte seine Rolle herunter: "Als Joker ist es meine Aufgabe, Tore zu machen."

Während die Bremer feierten, fielen die Spanier als schlechte Verlierer auf. "So verhält sich keine große Mannschaft", kritisierte Fabian Ernst in Anspielung auf die Rote Karte gegen Miguel Angulo und die folgenden Spuck-, Stoß und Schubsattacken in der tumultartigen Schlussphase. Spätestens als Tim Borowski sich nach der Vorlage zum 2:0 in einer provokanten Geste übte (Schaaf: "Ich habe auch von meiner Mannschaft einiges erlebt, was nicht auf den Platz gehört."), hatten die Spanier sich nicht mehr unter Kontrolle. Spieler schlugen und traten um sich, Zuschauer warfen Plastikflaschen, Feuerzeuge und Handys aufs Spielfeld, so dass der umsichtige Schiedsrichter Anders Frisk kurzerhand auf die Nachspielzeit verzichtete.

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