Joschka Fischer liegt an der Spitze
Stimmungseinbruch für Schröder und die SPD

Die politische Stimmung in Deutschland hat sich nach dem ZDF-Politbarometer zum ersten Mal seit fast einem Jahr zu Gunsten der Union gedreht.

Reuters BERLIN. Bei der Frage, für welche Partei die Stimmung derzeit günstig sei, hätten sich CDU und CSU im August mit 39 (Juli: 36) Prozent vor die SPD mit 38 (42) Prozent gesetzt, teilte das ZDF am Freitag mit. Die Grünen legten demnach auf acht von sechs Prozent zu, die Liberalen nahmen von zehn auf sieben Prozent ab, die PDS verbesserte sich von vier auf fünf Prozent. Kanzler Gerhard Schröder (SPD) habe bei den Sympathiewerten auf einer Skala von minus fünf bis plus fünf Punkten einen Einbruch auf 1.3 nach 2.0 im Juli erlitten. Die wirtschaftliche Entwicklung werde von den Deutschen so pessimistisch gesehen wie seit 1997 nicht mehr.

Bei der Sonntagsfrage ergaben sich nach dem Politbarometer, das am Abend ausgestrahlt werden sollte, keine neuen Mehrheiten. Danach würden 39 (41) Prozent die SPD wählen, wenn am nächsten Sonntag gewählt würde. Ihr Koalitionspartner Grüne käme auf sechs (fünf) Prozent, CDU/CSU könnten mit 37 (35) Prozent rechnen. Die FDP erhielte acht (neun), die PDS bliebe unverändert bei fünf Prozent. Damit hätten weder die rot-grüne Koalition noch ein sozialliberales oder ein christlich-liberales Bündnis eine Mehrheit.

In der Gunst der Wähler liegt Außenminister Joschka Fischer (Grüne) mit einem Wert von 1.9 (2.1) weiter unangefochten an der Spitze. Ihm folgt Schröder, auf Platz drei liegt Finanzminister Hans Eichel (SPD) mit 1.0 (1.3). CSU-Chef Edmund Stoiber folgt mit 0.8 (0.9) auf Platz vier. In der Kanzlerpräferenz liegt Schröder mit 57 (60) Prozent klar vor der CDU-Vorsitzenden Angela Merkel, die 31 (30) Prozent erreicht. Viel geringer würde der Abstand für Schröder, wenn Stoiber Kanzlerkandidat der Union wäre. Schröder könnte dann mit 48 (54) Prozent rechnen, für den bayerischen Ministerpräsidenten würden 41 (37) Prozent stimmen. Dem in den Medien erhobenen Vorwurf, Schröder sitze wie sein Vorgänger Helmut Kohl (CDU) die Probleme aus, stimmten 50 Prozent der Befragten zu.

Den Angaben zufolge glauben 49 Prozent der Befragten, es gehe mit der Wirtschaft abwärts. Dies sei der schlechteste Wert seit Juli 1997. Nur acht Prozent erwarteten, dass es wirtschaftlich aufwärts gehe, 40 Prozent erwarteten keine Änderung. Für den Mazedonien-Einsatz der Bundeswehr seien 46 Prozent der Befragten, 45 Prozent lehnten ihn ab, neun Prozent hätten dazu keine Meinung.

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