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José Manuel Prieto lehrt in «Liwadija» BriefkulturDPA-Datum: 2004-07-16 15:31:14

Mexiko-Stadt (dpa) - Es gibt Menschen, die im Internet-Zeitalter des Mailens müde werden, ihren Computer abschalten und Liebesbriefe wieder per Hand schreiben. Für sie hat das geschriebene Wort mehr Gewicht, wenn es mit Tinte auf Papier gesetzt wird, und sie öffnen lieber Couverts mit dem Brieföffner als elektronische Archive per Mausklick. Manch einer bemüht sich gar, ein kalligraphisches Kunstwerk zu versenden.

Mexiko-Stadt (dpa) - Es gibt Menschen, die im Internet-Zeitalter des Mailens müde werden, ihren Computer abschalten und Liebesbriefe wieder per Hand schreiben. Für sie hat das geschriebene Wort mehr Gewicht, wenn es mit Tinte auf Papier gesetzt wird, und sie öffnen lieber Couverts mit dem Brieföffner als elektronische Archive per Mausklick. Manch einer bemüht sich gar, ein kalligraphisches Kunstwerk zu versenden.

Einer von ihnen ist der kubanische Schmuggler J.. In Liwadija, dem einstigen Seebad der Zaren auf der Krim, sitzt er in einer billigen Pension und brütet über dem perfekten Brief. Er will ihn einer jungen Russin schreiben, die seine Sinne betörte und ihn, kaum dass er sie aus großer Gefahr errettete, verließ. «Mein Roman ist auch eine Reflektion über die Briefkunst», erläutert Prieto bei einem Gespräch in seinem Haus in Mexiko-Stadt. Der Autor kennt die Schauplätze, die er beschreibt, denn er hat selbst zwölf Jahre in Russland gelebt. So gelingt dem Kubaner, der 1994 mit seiner russischen Ehefrau nach Mexiko übersiedelte, neben dem Plädoyer für die im Internetzeitalter gefährdete Briefkultur auch eine spannende Schilderung der Lebensverhältnisse zwischen Ostsee und Schwarzem Meer nach der Wende.

Klaus Blume

José Manuel Prieto

Liwadija

Suhrkamp Verlag, Frankfurt/Main

353 S., 22,60 Euro

Isbn 3-518-41617-0

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