Journalisten protestieren weiter gegen Übernahme durch Gasprom
Harte Fronten im Streit um NTW

In der Auseinandersetzung zwischen dem unabhängigen russischen Fernsehsender NTW und dem vom Kreml kontrollierten neuen Besitzer Gasprom haben sich die Fronten am Donnerstag verhärtet.

dpa MOSKAU/WASHINGTON. Die NTW-Belegschaft hielt ihr Studio in Moskau weiterhin besetzt, stimmte aber dafür, den normalen Sendebetrieb wieder aufzunehmen. Juristen der neuen NTW-Führung um den Investmentbanker Boris Jordan versuchten vergeblich, eine Übernahme der Amtsgeschäfte und die Absetzung des bisherigen Generaldirektors Jewgeni Kisseljow durchzusetzen.

Nachdem der CNN-Gründer Ted Turner bekräftigte, er wolle sich bei NTW einkaufen, kündigte Jordan für Freitag ein Treffen mit Vertretern des US-Medienunternehmers an. Das Konsortium Turner Ventures International werde dem weitgehend entmachteten NTW-Gründer Wladimir Gussinski dessen Anteile abkaufen, teilte Turner in Atlanta mit. Vor einem Einstieg müsse aber auch mit Gasprom eine Einigung getroffen werden, "damit keine Partei NTW beherrscht".

NTW, der Bezahlfernsehkanal NTW plus und der ebenfalls zum Konzern gehörende Sender TNT sollten als "freie und unabhängige Medien" erhalten werden, erklärte Turner. Als Kaufpreis von Gussinskis Drittelanteil wurden in der amerikanischen Presse 225 Mill. US- Dollar genannt.

Seit der umstrittenen Übernahme von NTW durch die Gasprom Gasprom-Media-Tochter am Dienstag hatten die Journalisten aus Protest nur noch Dauernachrichten und Reklame gesendet. Sie beschlossen am Donnerstag, wieder das normale Programm mit Spielfilmen, Sport und Serien zu bringen. "Zeigt wieder Kino!" forderten Zuschauer in E- Mails an den Sender.

Gasprom drängte auf einen schnellen Arbeitsbeginn der neuen NTW- Führung. Mit den bisher Verantwortlichen sei eine weitere Verschlechterung der NTW-Finanzen zu befürchten, sagte die Sprecherin von Gasprom-Media, Aelita Jefimowa.

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