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Juan Carlos wird 30

Ausländische Korrespondenten sind immer wieder überrascht über die Beliebtheit und den Respekt, den das spanische Königshaus bei seinem Volk genießt.

Ausländische Korrespondenten sind immer wieder überrascht über die
Beliebtheit und den Respekt, den das spanische Königshaus bei seinem Volk
genießt. Vor allem die Engländer wundern sich über die positive
Berichterstattung im Zusammenhang mit dem Könighaus, noch nicht einmal die
Klatschpresse lästert über König Juan Carlos Schwäche für Alkohol,
Motorräder und Frauen.

Heute ist es 30 Jahre her, dass er sein Amt übernommen hat und noch immer
gilt Juan Carlos als Garant der Demokratie. Er, der jahrelang in Portugal
im Exil lebte, ist für die Spanier die entscheidende Figur während des
Übergangs von der Franco-Diktatur zur Demokratie gewesen, er ist nach wie
vor für die Mehrheit seines Volkes der unbestrittene Staatschef. Deswegen
gibt es auch heute anders als in vielen anderen Ländern nur wenige, die die
Monarchie abschaffen wollen, weil sie zuviel Geld koste und nichts bringe.

Die Spanier glauben, dass der König durch seine internationalen Beziehungen
dem Land schon oft geholfen hat und dass er als Garant der nationalen
Einheit und als Vermittler eine sehr wichtige Rolle spielt. Unterschwellig
besteht auch die Angst, dass ohne ihn, die republikanische Linke und die
kirchenbeeinflusste Rechte wie im Bürgerkrieg 1936 noch einmal auf einander
losgehen könnten.

Aber die Frage ist, ob sein Sohn Felipe, der in historisch weniger
bewegenden Zeiten groß geworden ist und wahrscheinlich anders als sein Vater
bei seiner Thronbesteigung nicht das Schicksal des Landes bestimmen wird,
den gleichen Respekt genießen wird. Bisher ist das nicht der Fall.

Als er sich vor 1,5 Jahren entschied, eine Bürgerliche zu heiraten, eine
Journalistin, wurde er von vielen Seiten dafür kritisiert. Felipe gilt wie
sein Vater als Lebemann, aber noch vermissen die Spanier seine Größe und
sein historisches Bewusstsein. Felipes Auftritt wirken oft mechanisch. Er
gilt als sympathischer, stattlicher junger Mann, aber viele haben ihre
Zweifel, wie er mit zukünftigen Staatskrisen umgehen würde, ob er über das
diplomatische Geschick seines Vater verfügt. Felipe und seine Frau Letizia
versuchen ihr Leben so normal wie möglich zu gestalten, aber wollen wir
Könige, die normal sind?, fragt der konservative spanische Radiosender
Cope.

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