Jubel im Gerichtssaal
Pharmakonzerne lassen Aidsklage gegen Südafrika fallen

Internationale Pharma-Unternehmen haben am Donnerstag ihren Versuch aufgegeben, den Import preisgünstiger Aids-Nachahmepräparate (Generika) durch Südafrika auf dem Gerichtsweg zu verhindern.

ap/rtr PRETORIA. "Im Einvernehmen aller Beteiligten möchte ich feststellen, dass der Antrag zurückgezogen wurde", sagte ein Anwalt der 39 Pharmafirmen vor einem Gericht in Pretoria. Südafrika und die Pharmafirmen hatten sich um einen außergerichtlichen Vergleich bemüht. Offiziellen Schätzungen zufolge haben sich 4,7 Mill. Südafrikaner, rund 11 % der Bevölkerung, mit dem Aids-Virus infiziert. Experten gehen allerdings davon aus, dass die Zahl eher bei 5,5 Mill. liegt.

Zahlreiche Zuschauer im Gerichtssaal brachen daraufhin in Jubel aus. Die südafrikanische Gesundheitsministerin Manto Tshabalala-Msimang erklärte, die Regierung habe sich nicht auf Zugeständnisse eingelassen. "Sie können der Regierung vertrauen", sagte sie.

Rund 40 Pharmakonzerne hatten in Pretoria gegen ein Gesetz geklagt, das die Einfuhr oder die Herstellung billiger Versionen patentierter Medikamente ermöglicht. Die Pharmakonzerne hatten Südafrika vorgeworfen, mit der Zulassung so genannter Generika Patentrechte zu verletzen.

20 % der Bevölkerung mit HIV infiziert

Hilfsorganisationen beschuldigten die Unternehmen, erkrankten Menschen in Entwicklungsländern aus Profitgier Behandlungsmöglichkeiten vorzuenthalten. Menschenrechtsorganisationen und Aids-Aktivisten betonten die grundsätzliche Bedeutung des Verfahrens für das Schicksal von Mill. Aids-Kranken in der Dritten Welt.

Mehr als 25 Mill. der weltweit 36 Mill. Aids-Infizierten leben in Afrika südlich der Sahara. Dort starben im vergangenen Jahr 2,4 Mill. Menschen an der Krankheit. Allein in Südafrika sind schätzungsweise zehn bis 20 % der Bevölkerung mit dem HI-Virus infiziert. Während in den USA und Westeuropa verbesserte Medikamente die Aids-Todesrate drastisch gesenkt haben, sind die meisten Erkrankten in der Dritten Welt aus Kostengründen von dieser Entwicklung ausgeschlossen und damit zum Tod verurteilt.

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