Jubiläum
Bis in alle Ewigkeit: 100 Jahre 42,195 Kilometer

Die Marathondistanz feiert in Peking ihr Jubiläum. Zwar fand schon 1896 der erste olympische Marathon statt, doch die heute übliche Distanz wurde erstmals bei den Spielen in London gelaufen. Die zusätzlichen 195 Meter wurden schon manchem zum Verhängnis.

PEKING. Zwar gehört der Marathon zu den ältesten Disziplinen, die bereits bei den ersten Spielen der Neuzeit 1896 in Athen auf dem Programm standen. Die heutige Streckenlänge feiert jedoch erst übermorgen in Peking ihr 100-jähriges Jubiläum, da die heutige Standarddistanz von 42,195 Kilometern erstmals bei den Spielen in London 1908 gelaufen wurde. Ohne den Ausbruch des Vesuvs zwei Jahre zuvor wäre die Distanz heute wohl eine andere. Denn eigentlich sollten die Sommerspiele in Rom stattfinden und nicht in London. Doch dann forderte die Natur-Katastrophe mehr als 100 Tote, die Ausrichtung der Spiele wurde zurückgegeben, und die Engländer sprangen ein.

Zuvor war die Marathondistanz nicht exakt festgelegt. Sie betrug rund 40 Kilometer. Dass in London daraus zum ersten Mal 42,195 Kilometer wurden, liegt am britischen Königshaus. Denn die Strecke wurde vom Eingang des Olympiastadions rückwärts vermessen. 40 Kilometer waren in Eton erreicht. Der Lauf sollte aber direkt an der Ost-Terrasse des Schlosses Windsor beginnen, damit die königliche Familie dem Start beiwohnen konnte. Die Entfernung von Eton bis zur Terrasse betrug eine weitere Meile, womit die Strecke auf 42 Kilometer wuchs. Dann kamen noch 195 Metern im Stadion hinzu, weil die Läufer vor der königlichen Loge das Ziel erreichen sollten.

Aber die Londoner Distanz wurde nicht gleich zum Standardmaß gekürt. Noch 1914 beschloss das IOC, die Langstrecke über 42 Kilometern auszutragen. Als die olympische Strecke in Amsterdam 1920 wegen örtlicher Gegebenheiten auf 42,75 Kilometer verlängert worden war, begann die Diskussion von neuem. Im Jahr darauf beschloss die Weltrekord-Kommission des Internationalen Leichtathletik-Verbandes (IAAF), dass die Distanz fortan 42,195 Kilometer betragen soll.

Jene 195 zusätzlichen Meter im Londoner Stadion kosteten 1908 Dorando Pietri den Olympiasieg. Der Italiener erreichte zwar als erster das Stadion, brach dann jedoch erschöpft zusammen. Als er Richtung Ziellinie taumelte, brach sein Anblick einigen Offiziellen das Herz. Sie griffen den Italiener und schleppten ihn über die Ziellinie. Pietri wurde disqualifiziert, Sieger wurde John Hayes aus den USA in 2:55:18 Stunden.

Mittlerweile ist die Rekordzeit auf 2:04:35 Stunden geschrumpft, nachdem der Äthiopier Haile Gebrselassie beim vorjährigen Berlin-Marathon die Bestzeit des Kenianers Paul Tergat um 29 Sekunden unterbieten konnte. In Peking wird der Asthmatiker Gebrselassie wegen des Smogs nicht über die Langdistanz antreten. Gleichwohl ändert dieser Umstand nichts an den Medaillen-Chancen der deutschen Läufer: Keinem gelang, die Olympia-Norm von 2:13:00 Stunden zu erreichen.

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