Jüdische Zeitung in den USA Flaggschiff der Auslandspresse
Mehr als 3 000 deutschsprachige Zeitungen im Ausland

Die Zahl der deutschsprachigen Zeitungen und Publikationen im Ausland ist seit Ende des Ost-West-Konfliktes auf mehr als 3 000 plus rund 400 Rundfunkprogramme gestiegen. Ein Flaggschiff ist dabei die deutsch-jüdische Zeitung "Aufbau" in New York, wie der Verein für deutsche Kulturbeziehungen im Ausland (VDA) am Montag in Bonn erklärte. Der VDA-Vorsitzende Hartmut Koschyk forderte deutsche Verlage zu Patenschaften vor allem für kleine Zeitungen in Osteuropa und in Entwicklungsländern auf.

ap BONN. Verlagshäuser in der Bundesrepublik sollten vor allem "technische Hilfe" bei der modernen Ausstattung leisten, sagte der CSU-Bundestagsabgeordnete. Wie der VDA bekräftigte auch die Internationale Medienhilfe (IMH) in Bonn die Bedeutung der Zeitungen und der von staatlichen Stellen unabhängigen Rundfunkstationen zur Vermittlung von Informationen und Kultur. Sie richteten sich vor allem an Geschäftsleute und Touristen, Angehörige von deutschen Minderheiten sowie Sprachschüler auf allen Kontinenten.

Nach einer aktuellen Bilanz der Zeitschrift "Globus" ist in den USA neben der jüdischen Publikation die Zeitung "Amerika-Woche" die wichtigste überregionale Zeitung. Sie wird in Chicago von dem 35-jährigen Journalisten Mario Schiefelbein geleitet. Weiteres wichtiges Organ ist laut dem "Globus"-Bericht die nordamerikanische "Wochen-Post".

Während es 1860 in den USA 525 deutsche Tages- und Wochenzeitungen gab, sind laut VDA lediglich noch acht größere Blätter auf dem Markt. Wachsenden Bedarf an deutschen Medien gebe in Ländern des ehemaligen Ostblocks, wo deutsche Minderheiten über Jahrzehnte hinweg unterdrückt worden seien. Zu den aufstrebenden Organen gehörten die 1994 gegründete "Baltische Rundschau" in Litauen und die "Sankt Petersburgische Zeitung". Sie war nach 70 Jahren politischem Verbot schließlich 1991 wieder gegründet worden. Der VDA fördert das Engagement ausländischer Zeitungen mit der Vergabe eines jährlichen Kultur- und Medienpreises. Sie gingen für 2001 in die Slowakische Republik und an die Wochenzeitung "Brasil-Post" in Sao Paulo.

Erste Herbst-Messe für Auslandsmedien in Köln

Für den 23. und 24. November kündigte die Internationale Medienhilfe (IMH) die erste Internationale Medienmesse im Funkhaus der Deutschen Welle in Köln an. "Es ist die größte Informationsveranstaltung des Jahres über deutschsprachige Zeitungen, Zeitschriften, Radio- und Fernsehprogramme im Ausland", erklärte Geschäftsführer Björn Akstinat. Auf dieser Messe wollen Referenten und Aussteller aus allen Erdteilen unter anderem darüber informieren, wer von den Verlagen und Sendestationen Praktikantenplätze für deutsche Interessenten anbietet. Die Verlage und Sender in der Bundesrepublik sollten mehr Interesse für die Entwicklung deutschsprachiger Medien im Ausland zeigen, forderte Akstinat. Dort erfüllten derartige Publikationen und Rundfunkprogramme wichtige Aufgaben nicht nur für ein besseres gegenseitiges Verständnis. "So leisten sie beispielsweise einen großen Beitrag zur Förderung des deutschen Außenhandels, dienen Touristen als Orientierungshilfe und stellen einzigartige Werbeträger dar", sagte Akstinat.

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