Jülicher Forscher macht Praxistests überflüssig
Rechenmethode hilft bei Wahl der richtigen Reifen

Eine am Forschungszentrum Jülich entwickelte Methode zur Berechnung der Haftreibung soll lange Reifentests überflüssig machen. Seine Theorie genüge, um vorherzusagen, wie gut ein Reifen aus einer bestimmten Gummimischung auf dem Asphalt haften wird, sagt Entwickler Bo Persson vom Institut für Festkörperforschung. Mit den Rechnungen sei das richtige Reifenmaterial schneller zu finden als bisher.

mx DÜSSELDORF. "Für meine Berechnungen benötige ich lediglich die Information, wie elastisch eine kleine rechteckige Gummiprobe ist und wie gut sie Stöße abfängt", sagt Persson. Praxistests hätten die Berechnungen gut bestätigt. Mit seiner Rechenmethode könne die Kontaktfläche zwischen Gummi und Asphalt exakter als bisher bestimmt werden - "bis hinunter auf Atomebene", so der Forscher. Grundlage sei eine neue mathematische Beschreibung für die Unebenheiten des Asphalts.

Diese ist von Bedeutung, um zu wissen, wie groß die tatsächliche Fläche der gegenseitigen Berührung von Gummi und Asphalt ist, und welche Kräfte auf das Material einwirken. Daraus lasse sich ableiten, welche Elastizität und Dämpfung die Gummimischung haben sollte, heißt es am Forschungszentrum.

Einer der Haupteffekte, die es zu berechnen gilt, ist die Fähigkeit des Gummis, Stöße abzufangen, also physikalisch Energie zu speichern. Drückt man ein weiches Material auf einen harten, unebenen Boden, wird es ungleichmäßig belastet: Steinchen im Asphalt dellen den Reifen ein, an Aussparungen schmiegt sich das Gummi an. Bei relativ stabilen Trockenreifen ist die Anschmiegung nicht perfekt - im Gegensatz zu Rennreifen, die Harze ausdünsten und so tatsächlich Unebenheiten im Asphalt ausgleichen. Formel-1-Piloten bezahlen ihre gute Straßenlage jedoch mit hohem Verschleiß. Gesucht wird ein Mittelweg zwischen optimaler Anpassung und Haltbarkeit.

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