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Jürgen Klinsmann: „Es hat wirklich Spaß gemacht“

dpa: Wie sehen Sie das 1:1 zur Heim-Premiere gegen Brasilien?

dpa: Wie sehen Sie das 1:1 zur Heim-Premiere gegen Brasilien?

Klinsmann: "Das Resultat geht absolut in Ordnung. Auch wenn man natürlich gern mal den amtierenden Weltmeister schlagen würde, vielleicht kommt es irgendwann mal zu Stande. Die Mannschaft hat heute so ein Gespür dafür gefunden, wozu sie im Stande ist, wenn alle mit viel Dynamik und Tempo zu Werke gehen. Wir wollten unser eigenes System verwirklichen, das ist uns über Phasen hervorragend gelungen. Wir haben einige tolle Kombinationen gesehen, Spielverlagerungen, Doppelpässe. Es hat wirklich Spaß gemacht."

dpa: Wie bewerten Sie die sechs Tage Berlin insgesamt?

Klinsmann: "Das ist ein weiterer Baustein, den wir gesetzt haben auf dem langen Weg Richtung 2006. Hier und da wird es auch mal ein paar negative Resultate geben. Aber das Wichtigste ist einfach, dass die Mannschaft anfängt, zusammen zu wachsen. Dass die Mannschaft Kameradschaft aufbaut und Zielrichtung vorgibt, mit der sie sich identifizieren kann. Da spürt man was."

dpa: Mit dem Einsatz der unerfahrenen Huth und Fahrenhorst sind Sie ein hohes Risiko gegangen. Hatten Sie gar keine Bauchschmerzen?

Klinsmann: "Da war mir überhaupt nicht bange. Ich habe versucht, ihnen zu vermitteln, dass sie Fehler machen können. Und wenn sie die Erfahrung nicht heute bekommen, wann dann? Wenn ich etwas ausprobieren will, muss ich jetzt damit anfangen. Es ist sehr wichtig, dass sie einfach merken, wenn sie das richtige Tempo gehen, selbstbewusst sind und mit Aggressivität in Zweikämpfe gehen, dann kochen auch die Brasilianer nur mit Wasser. Und das haben sie gespürt."

dpa: Wie bewerten Sie das Comeback von Sebastian Deisler?

Klinsmann: "Ich freue mich über jede einzelne Leistung. Ganz besonders natürlich auch über Sebastian, der hier wieder zurück gekommen ist, der sich instinktiv nahtlos wieder eingefügt hat, der sich wohlfühlt. So hat er dann auch gespielt, er kam immer besser in Tritt und ging einen immer höheren Rhythmus. Und so ist es mit jedem anderen Spieler auch. Wir wollen, dass sie merken, hier ist eine Gruppe, die sich gegenseitig hilft."

dpa: Sie haben Robert Huth in die Startelf gestellt, was sprach für ihn?

Klinsmann: "Schon wie er sich präsentiert hat während des Österreich-Länderspiels, sprach für ihn. Einfach diese Art, wie er sich da reinpowert mit einer Energie, mit einer Demonstration von Selbstvertrauen, das finde ich klasse. Da spielt es dann für mich auch keine Rolle, ob er 17 ist oder 20 oder 25. Ich habe mir nur vorgestellt, wenn ich noch Stürmer wäre, ich hätte nicht gern gegen den Robert gespielt. Schon in den Trainingseinheiten habe ich gedacht, ich möchte nicht Adriano oder Ronaldo sein. Er hat seine Chance genutzt."

dpa: Kevin Kuranyi hat wieder getroffen. Was haben Sie mit ihm gemacht?

Klinsmann: "Kevin hat das Spiel noch besonders gelebt als gebürtiger Brasilianer. Ich habe vorher zu ihm gesagt: Es wird Zeit, dass sie dich in Brasilien kennen. Hau' ihnen einen rein, dann kennt dich ganz Brasilien. Da kannst du nicht mehr so einfach aus dem Flieger steigen und zum Strand gehen, wenn du mal im Urlaub bist."

Jens Mende, dpa

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