Jugendliche informieren sich mit vielfältigen Medien
Das Buch ist nicht out

Das Buch wird als Ergänzung zu anderen Medien immer wichtiger, meint der Börsenverein des Deutschen Buchhandels. Die vielfach beschworene Krise des Lesens gerade bei jungen Menschen sieht der Verein nicht.

HB FRANKFURT/MAIN. Für das Buch eröffnen sich in der Wissensgesellschaft nach Ansicht des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels neue Chancen. "Das Buch wird als Ergänzung zu anderen Medien wie dem Fernsehen bei der Vermittlung von Wissen immer wichtiger, sagte Dieter Schormann, der Vorsteher des Börsenvereins, vor Beginn der Frankfurter Buchmesse.

Die Verlage hätten darauf reagiert und inzwischen die unterschiedlichsten Typen des Sachbuchs entwickelt, meinte der Vorsitzende des Dachverbands der deutschen Buchbranche. "Gerade auf dem Wissensmarkt sind deutsche Bücher oft viel unterhaltsamer als früher. Da wird viel seltener mit dem erhobenen Zeigefinger argumentiert", sagte Schormann. Die vielfach beschworene "Krise des Lesens" gerade bei jüngeren Menschen sieht Schormann nicht. "Was wir sehen, ist eine Mehrfachnutzung der Medien. Junge Menschen beziehen ihr Wissen aus Büchern und auch aus dem Computer und der Zeitung." Der nicht nur durch die Harry-Potter-Welle bedingte Umsatzsprung bei Kinder- und Jugendbüchern zeige, dass Heranwachsende immer noch lesen wollten.

Die Aktion des ZDF "Unsere Besten - Das große Lesen", an der sich der Börsenverein als Partner beteiligte, hat der Buchbranche nach Einschätzung Schormanns in den vergangenen Wochen einen neuen Schub gegeben. "Wichtig war, dass über Bücher und Autoren gesprochen wurde", meinte Schormann, der für den unter der Konsumflaute leidenden Buchhandel nach dem Minus des vergangenen Jahres für 2004 "eine schwarze Null" erwartet.

Die diesjährige Buchmesse, an der sich rund 6 700 Aussteller aus 111 Ländern beteiligen, wird mit dem Gastland Arabische Welt nach Meinung Schormanns politischer. "Die Inhalte stehen sehr stark wieder im Vordergrund. Ganz sicher werden wir nicht so viel Glamour a la Dieter Bohlen oder Daniel Küblböck haben", sagte der Vorsteher des Börsenvereins. Selten zuvor hätten sich so viele politische Gäste angemeldet.

Die weltgrößte Bücherschau wird von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) eröffnet. Zur Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels am kommenden Sonntag an Péter Esterházy wird auch Bundespräsident Horst Köhler erwartet.

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