Jugoslawien-Wahl
Porträt: SPO-Kandidat Mihailovic

afp BELGRAD. Vojislav Mihailovic ist der Kandidat der größten Oppositionspartei Serbische Erneuerungsbewegung (SPO) für die jugoslawische Präsidentschaftswahl am Sonntag. Die Kür des Belgrader Bürgermeisters kam für die meisten überraschend. Allgemein wurde damit gerechnet, dass SPO-Chef Vuk Draskovic selbst antritt. Doch nach zahlreichen Drohungen sowie zwei Attentatsversuchen besann sich dieser offenbar anders. Draskovics Stellvertreter bei den Wahlen ist vor allem als Enkel seines Großvaters bekannt. Oberst Draza Mihailovic befehligte im Zweiten Weltkrieg die nationalserbischen monarchistischen Tschetniks sowohl gegen die deutsche Wehrmacht als auch gegen Titos kommunistische Partisanen. Angeklagt als Nazi-Kollaborateur, wurde er 1946 wegen Landesverrats hingerichtet. Seine Rolle ist bis heute umstritten.

Politische Freunde Mihailovics sagen, er habe von seinem Großvater besonders den Hang zum Patriotischen und die Sorge um das Wohlergehen der Bevölkerung «geerbt». Der 49-jährige Jurist versucht seit seinem Amtsantritt als Belgrader Bürgermeister im Januar vergangenen Jahres, eigenes politisches Profil zu gewinnen - bisher allerdings weitgehend vergeblich. Auf Seiten der Opposition werden Vojislav Kostunica, dem Kandidaten der Mehrzahl der serbischen Oppositionsparteien, weitaus größere Chancen eingeräumt. Nach jüngsten Meinungsumfragen käme Mihailovic auf nur drei Prozent der Stimmen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%