Jugoslawien-Wahl
Porträt: Vidojkovic, der unbekannte Kandidat

afp BELGRAD. Mit Miroljub Vidojkovic hat in Jugoslawien niemand gerechnet. Unbeachtet von den Medien reichte der Chef der kleinen und ebenso unbekannten Affirmativen Partei seine Kandidatur für die Präsidentschaftswahl ein und erhöhte damit die Zahl der Anwärter auf das höchste Staatsamt auf fünf. Der Belgrader Jurist trat politisch bereits 1997 in Erscheinung: Damals wollte er Präsident Serbiens werden und erhielt immerhin 30.000 Wählerstimmen. Seitdem blieb er bis zu seiner jetzigen Kandidatur politisch in der Versenkung verschwunden.

1936 in Aleksinac im Süden Serbiens geboren, studierte Vidojkovic in Belgrad Rechtswissenschaften. In den 80er Jahren war er als Berater des serbischen Präsidenten für Verfassungsfragen tätig. 1989 wurde er Verwaltungschef des Belgrader Arbeiterstadtteils Rakovica. Eigentlich unterstützt Vidojkovics Partei das Bündnis der Demokratischen Opposition Serbiens. Seine Kandidatur für das Präsidentenamt begründet er deshalb mit den «Fehlern der anderen Kandidaten». Seine demokratisch gesinnten Gegenspieler bringen seiner Ansicht nach entweder nicht die «notwendige Energie» auf oder sind als Persönlichkeiten «zu blass und kraftlos». Gegen Präsident Slobodan Milosevic will er antreten, weil dieser die «Probleme nicht lösen kann, die er selbst hervorgerufen hat».

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%