Juli-Neuzulassungen deuten auf ein Ende des Abwärtstrends hin
Deutscher Automarkt steht vor der Stabilisierung

Auf dem deutschen Automobilmarkt mehren sich die Zeichen einer Besserung. So rechnet der VDIK in den nächsten Monaten mit einer leichten Aufwärtsbewegung und für 2002 wieder mit 3,4 Millionen Neuzulassungen. Für eine Verbesserung spreche auch das hohe Durchschnittsalter des PKW-Bestands.

zel WIESBADEN. Der Abwärtstrend könnte gestoppt sein: Auf dem deutschen Automobilmarkt deutet sich zum ersten Mal nach zwei Jahren eine Stabilisierung ab. "Vorsichtiger Optimismus könnte berechtigt sein", sagte Volker Lange, Präsident des Verbandes der Importeure von Kraftfahrzeugen (VDIK) in Wiesbaden. Der wichtigste Hinweis auf eine Stabilisierung: Im zweiten Quartal dieses Jahres ist die Zahl der Pkw-Neuzulassungen in Deutschland zum ersten Mal seit Herbst 1999 im Vergleich zur Vorjahresperiode wieder gestiegen. Auch das britisch-amerikanische Prognoseinstitut J.D. Power-LMC sieht Anzeichen für eine Stabilisierung auf dem deutschen Markt.

VDIK-Statistikchef Reinhard Elkmann besteht eine "gewisse Bodenhaftung", die sich in den nächsten Monaten in einer leichten Aufwärtsbewegung niederschlagen könnte. Im zweiten Quartal dieses Jahres lag die Zahl der Pkw-Neuzulassungen bei knapp 928 000 (+ 0,87 % gegenüber dem Zeitraum April bis Juni 2000). Im ersten Quartal dieses Jahres gab es mit 6,6 % noch ein deutliches Minus.

Auch die ersten Daten für die Juli-Neuzulassungen deuten auf ein Ende des Abwärtstrends hin. Die Prognostiker von J.D. Power-LMC kommen für Deutschland im Juli auf 275 000 Neuzulassungen, was einen leichten Rückgang von 0,6 % bedeutet. In den vorangegangenen Monaten verzeichneten die Statistiker noch Rückgänge von bis zu 12 %.

Deutschland bleibt bei seiner Sonderstellung

Vorsichtig optimistisch zeigt sich der Verband der Importeure - die ausländischen Hersteller verkaufen etwa ein Drittel aller in Deutschland abgesetzten Fahrzeuge - für das kommende Jahr. VDIK-Präsident Lange nannte eine Zahl von 3,4 Mill. Neuzulassungen für das Jahr 2002, in diesem Jahr liegen die meisten Schätzungen noch bei 3,3 Mill. Für eine langsame Besserung der Geschäfte spricht auch das verhältnismäßig hohe Durchschnittsalter der Fahrzeuge auf den deutschen Straßen. Lange sprach allerdings die Warnung aus, dass sich die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht noch weiter verschlechtern dürften.

Im europäischen Vergleich bleibt Deutschland bei seiner Sonderstellung: In den großen anderen Ländern wie Großbritannien oder Frankreich legen die Pkw-Verkaufszahlen weiterhin zu. "Der deutsche Markt spielt verrückt", betonte der VDIK-Präsident. Besonders stark aufgeprägt ist die Kaufzurückhaltung unter den privaten deutschen Autokäufern. Sie stellen den Erwerb eines Neuwagens wegen der schlechten Konjunkturlage zurück. Verhältnismäßig gut läuft das Geschäft noch mit Großkunden aus Handel und Industrie sowie mit Autovermietungen.

Kraftfahrzeugimporteure leiden unter der Kaufzurückhaltung

Unter der Kaufzurückhaltung der privaten Kunden leiden besonders die Kraftfahrzeugimporteure. Ihr Marktanteil ist auf dem deutschen Markt in diesem Jahr bislang von 34,4 % auf 32,1 % gefallen. Die deutschen Anbieter können gegen das schlechte Privatkundengeschäft noch mit höheren Verkaufszahlen mit Großkunden ausgleichen.

Die schlechten Absatzzahlen wirken sich auch zunehmend auf die Ertragslage der deutschen Kfz-Importeure aus. Jens Becker, Hauptgeschäftsführer von Subaru Deutschland, bestätigte, "dass die Erträge stark zurückgegangen sind". Die Gewinne seien auf ein niedriges Niveau zusammengeschmolzen. Für die japanischen Anbieter habe sich der hohe Yen-Kurs (in Relation zum Euro) noch zusätzlich erschwerend ausgewirkt.

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