Julius van de Laar
Obamas deutscher Wahlkämpfer

Julius van de Laar wollte der neue Dirk Nowitzki werden. Ein Kreuzbandriss und eine Begegnung mit Barack Obama veränderten sein Leben. Jetzt unterstützt er den demokratischen Präsidentschaftskandidaten im Wahlkampf.

Es ist Sonntagnachmittag, doch Julius van de Laar ist noch im Dienst. Sein Büro: Ein Café namens Companion. An weißen Designer-Tischen sitzen gut gekleidete Studenten und urbane Endzwanziger in Maßhemden und Burberry-Jacken, leise Loungemusik sorgt für das richtige Flair. Van de Laar hat sich den lichtdurchfluteten Ort nicht als Arbeitsplatz ausgesucht, weil er ihn besonders schick findet.

Er wartet einfach seit Wochen darauf, dass die Möbel für das zwei Straßen entfernt gelegenen Wahlkampf-Büro von Präsidentschaftskandidat Barack Obama in St. Louis, Missouri, eintreffen. "Manchmal müssen wir eben improvisieren", sagt van de Laar.

Aber ein großes Lager für Buttons und Plakate braucht er für seine Arbeit nicht. In dem technisierten Wahlkampf genügt dem 25-Jährigen meistens ein Laptop, um seinen Job zu tun: Er soll eine Strategie entwerfen, um im Bundesstaat Missouri die jungen Wähler für Obama zu mobilisieren. Als Youth Vote Director ist er der einzige Deutsche, der im Wahlkampfteam von Obama arbeitet.

Nach Amerika gekommen war van de Laar mit einem ganz anderen Traum. Als Nachwuchs-Basketballer war er auf dem Weg nach oben. Er hatte genug Talent, um im Mutterland des Basketballs bestehen zu können. Nach dem Abitur 2003 wagte der Heidelberger den Sprung in die Staaten und bekam eines der begehrten Sportstipendien von der Furman University in South Carolina.

Seine Trainer sagten ihm eine große Zukunft, vielleicht sogar den Sprung in die Königsklasse NBA, voraus. Doch ein gebrochener Fuß kurz vor dem Saisonbeginn warf ihn weit zurück. Als van de Laar nach monatelanger Verletzungspause endlich sein Comeback feiern konnte, ließ ein Kreuzbandriss den Traum vom Basketball-Star platzen.

Sein ganzes Leben hatte sich um den Basketball gedreht, das Studium der Politik- und Kommunikationswissenschaften war nur als Absicherung gedacht. Bis er im Juli 2004 im Fernsehen die Rede eines jungen Senators aus Illinois verfolgte. Der damals noch unbekannte Barack Obama beschwor mit eindringlicher Stimme Hoffnung und Wandel.

"Er war jünger, dynamischer, mitreißender als alle Politiker, die ich aus Deutschland kannte", erinnert sich van de Laar. Außerdem begeisterte er sich für Obamas Biografie. Denn als Sohn eines Kenianers und einer Amerikanerin aus einfachen Verhältnissen hatte Obama nicht die typischen Startbedingungen für einen Spitzenpolitiker.

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