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Junge fordert 100 000 € Schmerzensgeld von TUI nach Terror-Anschlag

Nach dem furchtbaren Terroranschlag auf der tunesischen Halbinsel Djerba fordert ein schwer verletzter Junge aus Bergkamen Schmerzensgeld vom Reiseveranstalter 1-2-Fly. "Der Reiseveranstalter hat seine Informationspflicht verletzt", sagte Michael Esper, der Vater des fünfjährigen Adrian, am Mittwoch im Landgericht Hannover.

dpa-afx HANNOVER/BERGKAMEN. Nach dem furchtbaren Terroranschlag auf der tunesischen Halbinsel Djerba fordert ein schwer verletzter Junge aus Bergkamen Schmerzensgeld vom Reiseveranstalter 1-2-Fly. "Der Reiseveranstalter hat seine Informationspflicht verletzt", sagte Michael Esper, der Vater des fünfjährigen Adrian, am Mittwoch im Landgericht Hannover.

Adrian Esper verlangt 100 000 ? Schmerzensgeld sowie eine monatliche Rente und Betreuungskosten. Der Veranstalter 1-2-Fly, der zum weltgrößten Reisekonzern TUI gehört, lehnt die Forderungen ab. Der Junge war nicht persönlich vor Gericht erschienen.

Adrian und seine Eltern hatten am 11. April 2002 bei einem Tagesausflug die Synagoge La Ghriba besucht. Vor dem Gebäude ließen Terroristen einen Tankwagen explodieren. 21 Urlauber und der Attentäter starben, Adrian erlitt schwerste Verbrennungen an 40 % seiner Haut. "Er wird sein Leben lang auf Hilfe angewiesen sein", sagte Richterin Britta Knüllig-Dingeldey. Schon in den Wochen vor dem Anschlag seien Touristenbusse angegriffen worden, meint die Familie. TUI-Anwalt Alfred Pesch sagte dagegen: "Die von Ihnen beschworenen Unruhen hat es in Tunesien nicht gegeben." Auch das Auswärtige Amt hatte noch am Tag vor dem Anschlag nur vor Kleinkriminalität in Touristenhochburgen gewarnt.

Vor der Verhandlung hatten sich Familie Esper und der Reisekonzern nicht gütlich einigen können. Das einzige Gespräch war ergebnislos abgebrochen worden. Nun wollen sich beide Seiten eventuell noch einmal außerhalb des Gerichtssaals unterhalten. "Einen Vergleich kann man sich immer vorstellen", sagte Anwalt Pesch. Allerdings sei eine grundsätzliche juristische Klärung für alle Reiseveranstalter in Deutschland wichtig. Adrian Esper hat bereits 250 000 ? aus einem Opferfonds der Bundesregierung erhalten. Richterin Knüllig-Dingeldey will am 27. Oktober eine Entscheidung verkünden.

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