Junge Männer erstachen Manager-Familie
Nach Mord an Deutschen vier Chinesen zum Tode verurteilt

Gegen die vier jungen Männer im Alter zwischen 18 und 21 Jahren wurde nach Angaben des Gerichts in Nanking wegen der "Grausamkeit ihrer Tat" die Höchststrafe verhängt

Peking, 14. Juli (AFP) - Nach dem Mord an einer deutschen Familie hat ein chinesisches Gericht am Freitag vier Bauern zum Tode verurteilt. Gegen die vier jungen Männer im Alter zwischen 18 und 21 Jahren wurde nach Angaben des Gerichts in Nanking wegen der "Grausamkeit ihrer Tat" die Höchststrafe verhängt. Die Angehörigen der Opfer baten den Richter nach den Worten ihres Anwalts vergebens, kein Todesurteil zu sprechen. In der Nacht zum 2. April hatten die Täter den stellvertretenden Leiter des deutsch-chinesischen Joint-Ventures Yaxing-Benz, Jürgen Pfrang, seine 39-jährige Frau und ihre beiden Kinder im Alter von zwölf und 14 Jahren erstochen. Pfrang hatte die Männer beim Einbruch in sein Haus überrascht. Alle Angeklagten gestanden die Tat. Zu ihrer Verteidigung sagten sie, sie hätten lediglich den Einbruch geplant und nicht vorgehabt, die Familie umzubringen. Der Anführer der Täter sagte, er habe beim Kartenspiel eine Woche vor der Tat umgerechnet rund 500 Mark verloren. Da er pleite gewesen sei, habe er sich im Hause der Pfrangs Geld besorgen wollen. Ein Teilnehmer der Verhandlung sagte, Pfrang habe 45 Stichwunden gehabt, davon 24 am Kopf und im Nacken. Auf seine Frau hätten die Täter mehr als 80 Mal eingestochen. Die Polizei hatte drei der vier Einbrecher noch am Tatort festgenommen, nachdem der Sicherheitsdienst des Wohnkomplexes Alarm geschlagen hatte. Der vierte Täter wurde wenig später in der Nähe des Hauses gefasst. Die Tat schockierte die in China lebenden Ausländer, die die Behörden aufforderten, für ihre Sicherheit zu sorgen. Pfrang lebte seit drei Jahren mit seiner Familie in Nanking. China und die deutsche Botschaft sahen in der Tat gegen Pfrangs Familie einen gescheiterten Raubüberfall mit anschließendem Mord. Dagegen hatten deutsche Medien über einen Komplott gegen Pfrang spekuliert. Pfrang habe Unregelmäßigkeiten in Abrechnungen des Automobilkonzerns aufdecken wollen, für den er seit 1997 gearbeitet hatte. Die Angehörigen der Pfrangs hatten ursprünglich noch einen Zivilprozess mit Entschädigungsforderungen in Höhe von umgerechnet knapp einer Million Mark angestrebt. Die Klage wurde allerdings während des Strafprozesses wieder zurückgezogen. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation amnesty international werden in China mehr Menschen hingerichtet als in allen anderen Ländern der Welt zusammen. In der Regel werden die zum Tode Verurteilten in der Volksrepublik mit einem Nackenschuss getötet.

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