Jungstürmer sieht sich bereit zum Einsatz
Podolski beneidet Kumpel Schweinsteiger

Lukas Podolski fiebert einem Einsatz bei der Fußball-Europameisterschaft entgegen. Während Kollege Bastian Schweinsteiger 22 Minuten gegen Holland spielen durfte, muss sich der Kölner in Geduld üben.

HB PORTO. Ein Transparent hat Lukas Podolski bei der U-21-Europameisterschaft vor gut zwei Wochen begleitet. «Lukas, wir sind stolz auf Dich! Deine Familie», war darauf zu lesen. Auch bei der EM der «Großen» kann sich der 19 Jahre alte Stürmer des 1. FC Köln auf seine Verwandten und Freunde verlassen. Sie hoffen, dass er vielleicht schon gegen Lettland am Samstag in Porto (Beginn 18.00 Uhr/live in der ARD) als zweite Spitze neben Kevin Kuranyi vom VfB Stuttgart zum Einsatz kommt.

«Ich bin bereit», sagt Podolski. «Man hofft immer auf einen Einsatz. Mal sehen, ob es gegen Lettland klappt.» So sehr Podolski sich auf den Rasen wünscht, sieht es derzeit doch eher danach aus, dass Teamchef Rudi Völler Routinier Fredi Bobic von Hertha BSC einsetzt. Aber der junge Profi weiß, dass seine Chance noch kommen wird. «Ich bin echt froh, überhaupt dabei zu sein», sagt Podolski lächelnd.

Podolski war von Trainer Marcel Koller entdeckt worden. Der Schweizer holte den Mann polnischer Herkunft aus der hinteren Reihe in die Stammelf der Rheinländer. Den Abstieg des 1. FC Köln aus der Bundesliga muss sich Podolski nicht ankreiden lassen. Zehn Tore gingen in der abgelaufenen Saison auf sein Konto.

Diese Leistung ließ auch Rudi Völler nicht unberührt. Nach dem letzten Testspiel der Fußball-Nationalmannschaft gegen die Schweiz nominierte er Podolski. Mit damals 18 Jahren war er einer der jüngsten Nationalspieler in der DFB-Geschichte. «Er ist eine besondere Sorte Stürmer», erläutert Nationaltrainer Michael Skibbe. «Sein großes Plus ist es, Linksfuß zu sein.»

Seinen rasanten Aufstieg hat Podolski bisher genossen. Weder die positiven noch negativen Seiten des Profigeschäfts bringen ihn um den Schlaf. So richtig Zeit, darüber nachzudenken, hatte er aber auch noch nicht. «Das ist doch das, worauf ich mein ganzes Leben drauf hingearbeitet habe. Deshalb war ich auch gar nicht so nervös bisher», sagt Podolski.

Am liebsten hätte er schon beim 1:1 gegen die Niederlande auf dem Platz gestanden. Seinen ebenfalls 19 Jahre alten Kollegen Bastian Schweinsteiger vom FC Bayern München, der 22 Minuten spielen durfte, hat er beneidet. Das gibt Podolski unumwunden zu. «Der Schweini hat gut gespielt, und ich hätte gerne mit ihm getauscht.» Ihre Freundschaft soll aber nicht darunter leiden, dass der eine spielt und der andere nur von der Bank aus zuschaut. «Ich mach viel mit dem Schweini, alle jungen Spieler hängen oft zusammen», erzählt er.

Dass sich Podolski trotz des Abstiegs weiter felsenfest zum 1. FC Köln bekennt, schwingt in vielen seiner Aussagen mit. Die Stimmung im Estadio Dragao von Porto beim Spiel gegen die Niederlande beschreibt er grinsend: «Da war eine Superathmosphäre, fast so wie in Köln. - Nö, war nur Spaß.»

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